HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)
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Tübingen, 18. April 2008
Eltern auf den Barrikaden
- Auch im bildungspolitischen Musterländle ist die heile Schulwelt der Bildungstechnokraten bedroht
Nach schwarz-rot-grüner Lesart gilt Baden-Württemberg als Krippen-Notstandsgebiet, in dem konsequenterweise das Ziel der (staatlich organisierten) "Bildung von Anfang an" bislang kaum erreichbar ist. "Unverständlicherweise" nimmt das Land jedoch zusammen mit Bayern bei den internationalen PISA-Bildungsvergleichsstudien einen Spitzenplatz ein (vgl. HBF 2007a und HBF-Fakten).
Allerdings sind diese Studien - trotz ihres höchst einseitigen Bildungsbegriffs (vgl. HBF-Gastbeitrag im TAGESSPIEGEL 2007) - in Baden-Württemberg wie in allen anderen Bundesländern zum Anlaß genommen worden, um die Republik mit zahllosen, hektischen "Bildungsreformen" zu überziehen (vgl. z.B. HBF 2007c). Die Betroffenen selbst - Schüler, Eltern und Lehrer - wurden dabei selbstverständlich nicht groß gefragt. Schließlich haben die ja nicht den weiten Horizont von Politikern, die die Gesellschaft für den globalen Wettbewerb und den "demographischen Wandel" fit machen müssen.
Auch wenn sich die Wirklichkeit in den Schulen i.d.R. nicht an die Planungsvorgaben der bildungspolitischen "Visionäre" hält (vgl. z.B. HBF 2008), ist für die zuständigen Minister selbstverständlich alles in bester Ordnung - jedenfalls solange sie keine schallenden Ohrfeigen von den Gerichten (z.B. HBF 2007c) erhalten oder bei den Wahlen kräftig abgestraft werden (HBF 2008a) bzw. sicher damit rechnen können (HBF 2008b).
Zum Leidwesen vieler baden-württembergischer Eltern und ihrer Kinder im Versuchskaninchen-Status dauert es noch ein paar Jahre bis zur nächsten Landstagswahl. Daher versuchen sie morgen zusammen mit den Gewerkschaften durch ihren Protest die Landesregierung zur bildungspolitischen Vernunft zu bringen (HPL). Zumindest sollte die schwarz-gelbe Koalition der wachsenden Schar engagierter Eltern und Lehrerkollegien in den Schulen bei der Suche nach neuen Lernkonzepten nicht länger dirigistische Fesseln anlegen (HPL).
Daß es nicht damit getan ist, Kinder einfach nur möglichst lange zusammen lernen zu lassen, um bessere Bildung für alle zu erreichen, hat sich nämlich gerade das rot-rote Berlin in höchst blamabler Weise attestieren lassen müssen (HPL). Neue Verpackungen für die alte bildungspolitische Misere reichen (HPL) auf Dauer eben nicht aus, um Schüler, Eltern, Lehrer und die Öffentlichkeit jenseits der Schulwelt ruhigzustellen.
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SPRECHER des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338