HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)
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Tübingen, 19. Dezember 2008
Mütter auf dem Arbeitsmarkt
- Diskriminierungsklage wirft nur ein Schlaglicht auf Benachteiligung von Frauen mit Kindern
- Ergebnisse einer Repräsentativbefragung
Das Statistische Bundesamt hat gerade den beschleunigten (quantitativen) Ausbau der Kleinkindbetreuung gemeldet (HPL). Eine Nachricht, die die Bundesfamilienministerin zufrieden zur Kenntnis nahm und zugleich auf den weiterhin bestehenden Bedarf verwies (HPL). Allerdings dürfte die Nutzung der neuen Betreuungskapazitäten für die Jüngsten durch die Eltern wohl nicht immer ganz freiwillig sein, sondern vielmehr ihrem ausgeprägten Realismus geschuldet sein.
Das der angebracht ist, zeigt etwa die beschlossene "Kindergelderhöhung" ab 2009, die weit davon entfernt ist, die seit 6 Jahren angestiegenen Kinderkosten auszugleichen (vgl. HBF 2008). Auch der Blick auf die Realitäten des Arbeitsmarktes dürfte es vielen Müttern - von den Vätern ganz zu schweigen - geraten erscheinen lassen, die staatlichen Betreuungs"angebote" möglichst zügig nach der Geburt ihrer Kinder in Anspruch zu nehmen.
Das demonstriert ganz aktuell das gestrige Urteil zur Diskriminierungsklage einer Karriere-Mutter (vgl. HBF 30.01.08). Das Gericht bestätigte zwar die krasse Mütterfeindlichkeit des Arbeitgebers (HPL), hielt es jedoch nicht für angebracht, mit einer abschreckenden Strafe die Möglichkeiten des neu eingeführten "Antidiskriminierungsgesetzes" auszutesten (HPL).
Dabei ist dieser schlagzeilenträchtige Einzelfall nur die Spitze eines Eisberges an Familienfeindlichkeit in vielen Betrieben. Dieses Fazit ergibt sich jedenfalls aus der repräsentativen bundesweiten Umfrage eines renommierten Institutes unter Müttern, die nach der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollten (HPL).
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