HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

 PRESSEDIENST

 

Überparteilich / Verbandsunabhängig / Spendenfinanziert

 

 TRÄGER: DEUTSCHER ARBEITSKREIS FÜR FAMILIENHILFE e.V., FREIBURG/BR

 

HBF-PRESSEDIENST, Biesinger Str. 16, 72070 Tübingen, Tel: 07071-400690, Fax: -400691, E-Post/Mail: FamilienbueroHD@kabelbw.de, www.heidelberger-familienbuero.de

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 Tübingen, 24. Oktober 2008
Ergänzung 25.10.08

Konjunktur in Not

Kein Geld für Familien, Bildung, Gesundheit und das  Klima kippt...

 – weil es am Konsum fehlt?

 

Spätestens mit dem Absatzeinbruch beim deutschen Vorzeigunternehmen Daimler (HPL) schwant der Öffentlichkeit, daß der historischen Krise im Finanzsektor eine mindestens genauso historische Wirtschaftskrise im Globalmaßstab folgt (HPL). Anders als beim Finanzsektor kann die Politik hier nicht innerhalb von 14 Tagen ein Lösungspaket anbieten, da es um die Konsequenzen wirtschaftliche Grundentscheidungen geht, die zum Teil noch im letzten Jahrtausend getroffen worden sind. Beispielweise ist – unter tatkräftiger Mithilfe der Politik - die Exportquote der deutschen Volkswirtschaft zwischen 1991 und 2007 von rund 26% auf mittlerweile 47% angestiegen (HPL). Familienexperten haben bereits vor Jahren darauf hingewiesen, daß diese massive Außenorientierung der Wirtschaft nicht zuletzt eine logische Konsequenz unser vergreisenden und stagnierenden Gesellschaft ist, deren Binnennachfrage kontinuierlich abflaut (vgl. z.B. HBF 2005).

Durch politische Weichenstellungen - nicht nur im Bereich der Nachwuchspolitik - ist dieser Trend zudem noch massiv verschärft worden. Davon zeugt nicht nur die seit Jahrzehnten ansteigende Kinderarmut, der sich vergrößernde Abstand beim verfügbaren Einkommen von Familienhaushalten gegenüber kinderlosen Haushalten auf der gleichen (Brutto)Einkommensebene (vgl. z.B. OECD, in HBF 2008a und HBF 24.10.08) oder die beharrliche Investitionsverweigerung in Infrastruktur zur Unterstützung von Familien im Alltag (HBF 2008b), bei der organisierten Betreuung (HBF 2008c) oder im (Aus)Bildungsbereich (vgl. z.B. McKinsey 2008 in: HBF 2008d).

Offenkundiger Bedarf bleibt ohne die notwendige Kaufkraft.*

 

Ähnliches gilt auch für andere gesellschaftlich zentrale Bereich wie die Umwelt- oder die Gesundheitsvorsorge (HPL).

Vor diesem Hintergrund sind politische Bemühungen lediglich den gesellschaftlich und ökologisch blinden Konsum der Vergangenheit neu zu entfachen, wohl nur weitere Schritte in die volkswirtschaftliche Sackgasse. Das dürfte den damit verbundenen Test unserer Demokratie umso härter ausfallen lassen (HPL).

 

 

 

Zum Thema siehe auch:

 


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*z.B. HBF-Lesetip/Aktuell zur Steuerschätzung: Milliardär Bill Gates fordert staatliche Umverteilungspolitik für stabile Gesellschaft - WELT AM SONNTAG-Interview (2003); HBF-Aktuell: Steuererhöhungen für Millionen oder für Millionäre? - Offener Brief von Vermögenden zu den ver-rückten Maßstäben im Land (2005)

 

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Leiter des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338