HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

 PRESSEDIENST

 

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 Tübingen, 14. Januar 2008

 

Karriere, Kind und Tod aus Zeitmangel?

 - Der tragische Fall einer Spitzenforscherin

 

Beim Elterngeld gibt es zweifellos einen "Erfolg", den auch wir nicht in Frage stellen: Gebannt starrt die Öffentlichkeit auf die Zahl der Väter in der (meist zweimonatigen) Elternzeit und auf die Geburtenzahlen. Die entscheidendere Frage, unter welchen Bedingungen junge Menschen, Paare und Familien in Zeiten der Globalisierung und des "Fachkräftemangels" leben und arbeiten müssen, bleibt dagegen nahezu ohne jede Beachtung. Bestenfalls die Lieblingsparole aller "progressiven Kräfte" unseres Landes wird gebetsmühlenhaft wiederholt: "Karriere und Kinder sind vereinbar!" - wenn die Rahmenbedingungen stimmen. 

Daß dies mit der Lebenswirklichkeit nichts zu tun hat, darauf weisen wir regelmäßig hin (vgl. HBF-Rubrik "Vereinbarkeit von Familie und Beruf"). Nicht zuletzt der Universitäts- und Wissenschaftsbetrieb, dessen Rahmenbedingungen die öffentliche Hand maßgeblich mitgestaltet, zeichnet sich durch eine hohes Maß an familienfeindlichen Strukturen aus. Das läßt sich z.B. mühelos einer weiterhin aktuellen Publikation mit einschlägigen Erfahrungsberichten von Wissenschaftlerinnen entnehmen (vgl. HBF 2006). Die extreme Belastung durch ständigen Zeitmangel, so etwa die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, sei gerade für Mütter nur bei robuster Gesundheit zu bewältigen.

Am Wochenende wurde nun über den tragischen Tod einer verheirateten Spitzenforscherin und jungen Mutter berichtet, bei dem der Faktor "Zeitmangel" wohl nicht ganz unbeteiligt war (HPL).  (Nicht nur) Das sollte Anlaß sein, die Familiendebatte nicht weiterhin auf das Thema Elterngeld und Ganztagskrippen zu verkürzen.

 

 

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SPRECHER des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338