HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

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 Tübingen, 12. Dezember 2008

 

Unicef-Krippenstudie: 

(Wirtschafts) Experten empfehlen Kindern elternfreie Betreuungszonen

 

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat gestern seine erste internationale Vergleichsstudie zur institutionellen Kinderbetreuung veröffentlicht (HPL). Darin bescheinigt UNICEF Deutschland "erneut nur Mittelmaß im Vergleich von 25 Ländern". Diese Rangliste stützt sich auf einen Katalog von 10 Mindestkriterien, deren Auswahl und Qualität jedoch nicht überzeugt

So attestiert UNICEF Deutschland, mit dem Elterngeld das Kriterium "bezahlte Elternzeit bei mindestens 50% des Einkommens" zu erfüllen. Tatsächlich erhält die Mehrheit der Eltern einen Monatsbetrag zwischen 300 und 500 Euro (HPL). Mehr als die Hälfte in dieser Gruppe bezieht dabei nur den Mindestbetrag von 300 Euro (HPL). Gleichzeitig bemängelt UNICEF, daß es Deutschland nicht gelinge, die Kinderarmutsrate unter 10 % zu drücken (Indikator Nr. 9, HPL). Daß es einen direkten Zusammenhang zwischen dem einkommensabhängigen Elterngeld und der Rate an Kinderarmut geben könnte, scheint den UNICEF-Experten zu entgehen (vgl. dazu auch HBF Dezember 2007).

Höchst bescheiden bleiben die "Kinderrechts-Experten" zudem bei ihren Ansprüchen an die Qualität (HPL)......

Besonders aufschlußreich ist der Blick darauf, welchen Stellenwert UNICEF den Eltern bei der Erziehung, Betreuung und Förderung der Kinder einräumt. Anders als bei vielen Studien finden die Eltern durchaus Erwähnung. Deren Bedeutung beschränkt sich jedoch lediglich auf die ersten 12 Monate des Kinderlebens und hat ansonsten mit der unabdingbaren Förderung in den folgenden Lebensjahren (HPL) wohl nichts zu tun. Dabei hat UNICEF selbst den durchgängig hohen Stellenwert der Eltern für ihre Kinder bis in die Jugendzeit ermittelt (vgl. HBF 2008a). Dementsprechend hoch fällt nicht nur die Lebenszufriedenheit der Kinder in Deutschland aus, die durchaus skandinavisches Niveau erreicht (UNICEF/HBF 2008). Daraus folgt zudem, daß (frühkindliche) Bildungskonzepte kaum die erhoffte Wirkung erzielen, wenn sie rein auf die staatlichen Einrichtungen setzen und dabei Eltern außen vor lassen. Einschlägige, erfolgreiche Modellprojekte mit Elternbeteiligung haben indes hierzulande bislang kaum eine Chance (vgl. dazu z.B. HBF 2007). 

Die systematische Geringschätzung der Elternrolle in der UNICEF-Betreuungs-Studie ist freilich kaum verwunderlich: Die ausgewählte (Haupt-)Gutachterin der aktuellen Untersuchung hat sich ja bereits in der Vergangenheit mit dieser Einstellung einen Namen gemacht und sich so (nicht nur) für derartige Studien empfohlen (HPL). Darüberhinaus hat der neue Vorsitzende von UNICEF-Deutschland schon bei seinem ersten öffentlich wahrgenommenen Auftritt klar Front gegen die Stärkung elterlicher Entscheidungsfreiheit gemacht (vgl. HBF 2008b). - Selbst krippenafinen politischen Beobachterinnen geht allerdings diese hartnäckige Ignoranz gegenüber den Eltern inzwischen zu weit (HPL). 

 

 

 

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Leiter des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338