HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

 PRESSEDIENST

 

Überparteilich / Verbandsunabhängig / Spendenfinanziert

 

 TRÄGER: DEUTSCHER ARBEITSKREIS FÜR FAMILIENHILFE e.V., FREIBURG/BR

 

HBF-PRESSEDIENST, Biesinger Str. 16, 72070 Tübingen, Tel: 07071-400690, PC-Fax: -400691, E-Post/Mail: FamilienbueroHD@kabelbw.de oder  hbf-infodienst@heidelberger-familienbuero.de, www.heidelberger-familienbuero.de

SPENDENKONTO: Bankhaus Mayer (Freiburg), Kto.-Nr. 1415280 (BLZ 680 300 00) - Kennwort: ”Familienbüro"

 

HBF-Aktuell - HBF-Aktuell - HBF-Aktuell - HBF-Aktuell - HBF-Aktuell

 

 Tübingen, 30. Juni 2010

erstellt: 14:05 Uhr, Stand 18:04 Uhr

 

Deutschland auf dem Weg zu Krippen-Republik: 

Der Durchbruch zum "Kinder-Land"? 

- HBF-Analyse der Bertelsmann-Kinderbetreuungs-Studie

 

Deutschlands Eltern und Kinder können aufatmen: Die rasch steigende Nutzung des öffentlichen Krippenangebots verbessert die Bildungschancen der Kleinen und die Berufsperspektiven von Müttern und Vätern - auf diese Quintessenz läßt sich das polit-mediale-Echo (HPL) zur neuesten Bertelsmann-Studie über die Entwicklung der Kinderbetreuung in Deutschland bringen (HPL). Nach dieser Lesart dokumentiere dieser Trend einen erfreulichen elterlichen Mentalitätswandel dem endlich auch im Westen der Durchbruch gelungen sei (HPL). Jetzt müsse die Politik reagieren und das bislang geplante 35%-Krippen-Versorgungsziel bis 2012 nach oben korrigieren (HPL).

Ob das Land sich damit auf dem Weg zur "Kinder-Republik" befindet, ist allerdings höchst zweifelhaft.

  1. Schon die polit-medial seit Jahren geschürte Hoffnung, durch einen forcierten Krippenausbau auf skandinavisch-französiches  Niveau brächt einen Geburtenschub mit sich, bleibt beharrlich unerfüllt. Gerade Ostdeutschland mit seiner dem Westen stets als Vorbild empfohlenen Betreuungs-Infrastruktur steht dafür exemplarisch: Selbst mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung liegt die Geburtenrate nur knapp über dem niedrigen West-Niveau (HPL).

  2. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung hat sich das Betreuungsverhalten der westdeutschen Eltern keineswegs so stark verändert, wie die Bertelsmann-Studie suggeriert. Wirtschafts- und Arbeitsmarktforscher ..... (HPL und vgl. WELT-Bericht über einschlägige HBF-Ergebnisse im Dezember 2009). Die steigenden Krippen-Nutzungszahlen signalisieren daher vor allem eine Verlagerung der Betreuungskosten.....(HPL). 

  3. Soweit es Verhaltenseffekte bei den Eltern zu beobachten gibt..... wie sogar die Autorin der Bertelsmann-Studie einräumt (HPL)...... Die restliche "Überzeugungsarbeit" .....(HPL).

  4. Trotz der mittlerweile gängigen Terminologie von Kinderkrippen als "frühkindlichen Bildungseinrichtungen" sind erhebliche Zweifel an dieser Gleichsetzung angebracht. Selbst die Bertelsmann-Stiftung hat offenkundig ihre weitgehenden Behauptungen zum Zusammenhang von Krippen-Besuch und Bildungserfolg (vgl. HBF 2008) mittlerweile zurückgenommen.....(HPL).  

  5. Fachleute aus dem In- und Ausland sind sich zudem darin einig, daß in Krippen nicht die "frühkindliche Bildung" im Vordergrund stehe, sondern ganz andere Bedürfnisse der Kleinkinder....(HBF 2010

  6. Bei aller frühkindlichen Bildungsrhetorik von Politik und dienstbaren Experten/innen darf man die deutliche Diskrepanz zwischen proklamiertem Anspruch und alltäglicher Praxis nicht übersehen (siehe z.B. unten). Gerade für Ostdeutschland sehen auch krippenaffine Fachleute nicht einmal die Minimalstandards einer unschädlichen Betreuung gewährleistet....(HPL).

 

Kurz: Die öffentliche Freude über die wachsende Nutzung und Nachfrage von Krippenplätzen ist irreführend. Sie täuscht darüber hinweg, daß Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zentrale Bedürfnisse junger Familien, wie sie selbst in Regierungsstudien unmißveständlich formuliert sind (vgl. HBF 2009), weiterhin übergehen.

 

HBF-Hörtip:

 

 

Zum Thema siehe auch:

 

 

 

 

Die InformationsFlut ist billig zu haben - Durchblick hat jedoch seinen Preis

 

Kostenloses HBF-Schnupper-Abo

 

 

 

HBF-Premium/PLUS-Abonnenten/innen finden die weiteren Einzelheiten ab 15:00 Uhr HIER

Abonnenten/innen des HBF-Basisdienstes (5 bzw. 10 Euro/Monat, monatlich kündbar) finden die Informationen HIER

Nutzer/innen des HBF-SCHNUPPER-Abos  finden die Informationen HIER

 

 

Fenster schließen

 

zurück zur Übersicht:

 

 

HBF-Aktuell-2010

 

 

 

Leiter des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338