HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

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 Tübingen, 01. März 2010

Stand 13:20 Uhr

 

 

Doppelter Rentenbonus für Eltern 

- Bayerische Sozialministerin hat verstanden, wie stabile Alterssicherung funktioniert

"Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein" - dieser Satz von FDP-Parteichef und Vize-Kanzler Guido Westerwelle sorgt seit bald drei Wochen für heftige politische Debatten (vgl. dazu z.B. HBF 12.02.10). Zumindest mit Blick auf die bestehende "duale Alterssicherung" (Sozial- plus Privatrente) hierzulande, trifft er den Sachverhalt. 

Trotz dreier "Babyjahre" und staatlichen Zuschüssen für die "Riester"-Rente ist die "duale Alterssicherung" weiterhin eine Einladung zur Entscheidung gegen Kinder: Am besten fährt, wer auf eigenen Nachwuchs ganz verzichtet. Das sichert nicht nur die höchsten Altersbezüge, sondern auch eine "hindernisfreie" Erwerbstätigkeit mit Bezügen, die nicht durch Kinderlasten geschmälert werden (vgl. z.B. SWR2-Vortrag).

Daß dieses Alterssicherungssystem auf Selbstzerstörung programmiert ist, hat neben vielen Fachleuten auch das Bundesverfassungsgericht in mehreren Entscheidungen konstatiert. Dessen Vorgaben sind jedoch  nahezu politisch wirkungslos verpufft (vgl. z.B. HBF 2003 und HBF 2004). Daher haben Familien bereits vor längerer Zeit wieder den Weg nach Karlsruhe angetreten (HBF 2007).

Jetzt hat sich überraschenderweise die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) mit einem sachgerechten Vorschlag zu Wort gemeldet: Sie fordert für Eltern einen "doppelten Rentenbonus":.... (HPL). 

Der alltäglich immer stärker zu spürende Nachwuchsmangel, die Reaktion der Wirtschaft darauf (vgl. HBF 24.02.10) und die wachsenden Sorgen um eine sichere Kapitalrente ohne Kinder (vgl. HBF-Rubrik "Kapital statt Kinder") wären an sich Grund genug zum schnellen Gegensteuern. Allerdings hat Guido Westerwelle sein Formel "vom anstrengungslosen Wohlstand" bekanntlich nicht auf die sich ausbreitende Kultur der Kinderlosigkeit (vgl. z.B. HBF 29.07.09) gemünzt.  

 

 

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* Jung gegen Alt. Warum das Lamento vom Kampf der Generationen falsch ist. SWR2 Wissen: Aula. 22.06.2008, 08.30 bis 9.00 Uhr, Stichwort „Babyjahre“

 

 

 

 

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