HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

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 Tübingen, 17. Februar 2010

Ergänzung 18.02.10

 

Familienarmut hat Konjunktur 

- (Fehl)Schlüsse einer neuen DIW-Studie

 

"Im Jahr 2008 ( lebten) in Deutschland rund 14 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsschwelle. Das sind rund ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Dabei sind Kinder und junge Erwachsene besonders betroffen" - so berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) heute über das Ergebnis seiner neuesten Studie (HPL). Auch bei kinderreichen Familien sei das Armutsrisiko "beträchtlich" gestiegen. "Mit über 40 Prozent weisen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern ebenfalls weit überdurchschnittliche Armutsraten auf". Dabei hätte der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und das Elterngeld diese Entwicklung bereits gedämpft.

Schon diese Daten relativieren die offiziellen Erfolge der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Familienpolitik seit der Jahrtausendwende und ganz besonders der Hartz-Gesetze ab 2005 beträchtlich. 

Auf Grund der gewählten Methode, die zwar international üblich, aber erst seit einigen Jahren eingesetzt wird, beschönigt das Ergebnis sogar noch die tatsächliche Lage der Familien:....(HPL).

Darüberhinaus müssen sich die Berliner Wirtschaftsforscher den Vorwurf gefallen lassen, mit ihren Schlußfolgerungen und familienpolitischen Empfehlungen teilweise gehörig daneben zu liegen....(HPL)

Zum einen, weil sie ihre eigenen Daten nicht richtig verstanden haben; zum anderen weil sogar ausgewiesene Familienexperten der Regierung die Wirksamkeit der DIW-Empfehlung bereits kräftig relativiert haben (HPL). 

Daher ist das abschließende Plädoyer der Berliner Experten (HPL) gegen die verfassungsrechtlich und sachlich gebotene Erhöhung der Hartz-IV-Sätze (vgl. HBF 10.02.10) als einseitig-faktenresistentes (Vor)Urteil einzustufen.

Wer schließlich eine differenziertere Analyse der Familienarmut und der sozialen Schieflage jenseits der "Realitätswahrnehmung" eines Guido Westerwelles sucht, wird passenderweise heute im Beitrag eines der führenden, unabhängigen Sozialexperten fündig (HPL).

 

 

Zum Thema siehe heute auch:

 

HBF-Veranstaltungstip:

 

 

 

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