HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)
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Tübingen, 21. April 2010
erstellt 15:35 Uhr
Wirtschaft attestiert sich Konjunktur bei Familienfreundlichkeit
– Ministerin klatscht brav Beifall und schaltet ihr Gedächtnis ab.
In regelmäßigen Abständen läßt sich die deutsche Wirtschaft vom hauseigenen Institut (1) ihre "Fortschritte" in Sachen Familienfreundlichkeit attestieren. Heute war es wieder einmal soweit. Die frohe Kunde in diesem Jahr: "Immer mehr Unternehmen in Deutschland setzen auf die Vereinbarkeit von Beruf (1.)* und Familie (2.)* - und das trotz der Wirtschaftskrise. Fast 80 Prozent schätzen mittlerweile Familienfreundlichkeit als wichtig ein." (HPL)
Das will die Bundesfamilienministerin gern glauben und gibt ihrem Optimismus freien Lauf:
"Die Arbeitgeber haben erkannt, wie wichtig eine familienbewusste Personalpolitik für den langfristigen Erfolg des eigenen Unternehmens ist. Deswegen unterstützen sie ihre Beschäftigten auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten bei der Vereinbarkeit von Familie (1.)* und Beruf (2.)*" (HPL).
Dieses ministerielle Lob an die Unternehmen ist für Beobachter, die nicht nur ihr Kurzzeitgedächtnis in Anspruch nehmen, etwas überraschend. Schließlich ist es gerade erst ein paar Wochen her, daß die Wirtschaft den familienpolitischen "Großvorhaben" der Ministerin eine deutliche Abfuhr erteilt hat ((HPL).
Dankenswerterweise räumt die Wirtschaft auch freimütig ein, warum ihre Lesart von Familienfreundlichkeit so angesagt ist: Es ist nicht nur der Zwang, sich seine besten Fachkräfte zu halten. Hinzu kommt....(HPL).
Zudem ist es weit aufschlußreicher, nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Eltern mit ihrer in den Betrieben praktisch erlebten "Familienfreundlichkeit" zu Wort kommen zu lassen. Spätestens das sorgt dann für ein vollständig ernüchterndes Bild (vgl. z.B. HBF 2006)
Zum Thema siehe auch:
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