HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)
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Tübingen, 5. Februar 2010
Stand 16:15 Uhr
Geburtenrate sinkt wieder
– „Qualifizierte Einwanderung“ (k)eine Lösung?
Nach der ersten amtlichen Schätzung sind die Geburtenzahlen 2009 gegenüber dem Vorjahr kräftig gefallen (HBF 22.01.10). Allerdings hofft die Regierung, daß dennoch die Geburtenrate, also die Zahl der Babys pro Frau, wenigstens stabil bleibt. Schließlich gehe ja die Zahl der potentiellen Mütter ebenfalls zurück.
Tatsächlich lassen genauere Analysen schon länger erkennen, daß dieser politische Strohhalm nicht trägt (vgl. HBF 14.09.09). Jetzt bestätigen aktuelle Berechnungen von etablierten Bevölkerungsforschern diese Einschätzung. Nach ihren Angaben ergäbe sich aus den bislang verfügbaren Daten auch ein deutlich erkennbarer Rückgang der Geburtenrate im letzten Jahr (HPL). Obwohl diese Berechnungen noch auf vorläufigen Zahlen beruhen, haben die Experten mit ihrer Methode in der Vergangenheit eine verblüffende Genauigkeit erzielt (HPL).
Die zuständige Ministerin hat es bislang vorgezogen, sich zur Geburtenentwicklung im letzten Jahr nicht zu äußern. Stattdessen beruhigt sie die Öffentlichkeit mit dem Verweis auf die "Erfolge" (ihrer Amtsvorgängerin) in den Vorjahren (vgl. HBF 25.01.10). Im Gegensatz zur politischen Berufsoptimistin haben aufmerksame Redaktionen den aktuellen Negativtrend bemerkt und sich darüber ihre Gedanken gemacht (HPL).
Selbst wenn die Bundesregierung die Geburtenzahlen bislang öffentliche unkommentiert läßt, so hat sie doch bereits ihre Schlußfolgerungen gezogen. Für sie ist der "demographische Wandel (politisch) nicht mehr zu stoppen" (HPL). Daher setzt sie immer offensiver auf das Konzept der "qualifizierten Einwanderung" (HPL).
Abgesehen von der Fragwürdigkeit, sich die Erziehungs- und Ausbildungsleistung anderer Volkswirtschaften kostenlos anzueignen (vgl. z.B. HBF 2007), ist dieser Ansatz gleich in mehrfacher Hinsicht gesellschaftspolitisch brisant....(HPL)
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