HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

INFOrmationsDIENST

 

Überparteilich / Verbandsunabhängig / Spendenfinanziert

 

 TRÄGER: DEUTSCHER ARBEITSKREIS FÜR FAMILIENHILFE e.V., FREIBURG/BR

 

HBF-PRESSEDIENST, Biesinger Str. 16, 72070 Tübingen, Tel: 07071-400690, PC-Fax: -400691, E-Post/Mail: FamilienbueroHD@kabelbw.de oder  hbf-infodienst@heidelberger-familienbuero.de, www.heidelberger-familienbuero.de

SPENDENKONTO: Bankhaus Mayer (Freiburg), Kto.-Nr. 1415280 (BLZ 680 300 00) - Kennwort: ”Familienbüro"

 

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 Tübingen, 22. Oktober 2010

erstellt: 09:20 Uhr

Ergänzung 25.10.10, 18:40 Uhr

 

Im Gedenken:

Mitbegründer des Heidelberger Familienbüros gestorben 

- Gerhard Wehrs Vision bezahlter Erziehungsarbeit bleibt aktuell

 

Der Mitbegründer des Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit, Gerhard Wehr, ist  am 9. Oktober im Alter von 87 Jahren in Freiburg gestorben. Als langjähriger Vorsitzender des Deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe e. V. hat er mit seinem Ideenreichtum, seiner Tatkraft und seiner Leidenschaft für die Familien die Existenz des Heidelberger Familienbüros ermöglicht. Dafür danken wir ihm. 

Antriebskraft seiner Arbeit war die gesellschaftliche und finanzielle Aufwertung der Familien- und Pflegearbeit. Seine Vision eines Erziehungsgehaltes (s.u.) bleibt weiterhin aktuell (vgl. HBF-Rubrik), wie (nicht nur) die jüngste Auseinandersetzung zwischen der "Deutschen Liga für das Kind" und dem "Familiennetzwerk" um das geplante Betreuungsgeld dokumentiert (s.u.).

Der Trauergottesdienst für Gerhard Wehr findet heute um 15:00 Uhr in St. Peter (Schwarzwald) statt.

 

Im Namen des Heidelberger Familienbüros

Christian Leipert

Kostas Petropulos

 


 

Christian Leipert (Hrsg.)

im Auftrag des Deutschen Arbeitskreises

für Familienhilfe e. V.

Aufwertung der Erziehungsarbeit

Europäische Perspektiven einer Strukturreform

der Familien- und Gesellschaftspolitik

Leske + Budrich, Opladen 1999

 

 

Geleitwort

 

Mit dieser Zusammenfassung aller Beiträge von Wissenschaftlern und Experten aus neun europäischen Staaten wollen wir einen Überblick über die Familienförderung in diesen Staaten gewinnen und zugleich Vergleiche ziehen.

Wir stellen fest, die Familienförderung unter dem Aspekt der „Aufwertung der Erziehungsarbeit“ ist in allen Ländern unterschiedlich. Ähnlichkeiten lassen die skandinavischen Länder erkennen mit ihren Lohnersatzleistungen. In allen neun Staaten gleich ist die Unterbewertung der Erziehungsarbeit schlechthin. In keinem Land kann auch nur ansatzweise von Bezahlung der Kindererziehungsarbeit in der eigenen Familie die Rede sein. Lediglich in Norwegen soll ein zaghafter erster Versuch gemacht werden.

Der „Arbeitsbegriff“ hat nur dort allgemeine Anerkennung, wo diese Arbeit auch monetär vergütet wird, z. B. bei einer Hauspflegerin, die an Mutter-Stelle die häusliche Arbeit verrichtet und dafür Bezahlung erhält. Warum auch? Die Gesellschaft hatte es in der Entwicklungsphase zur Industriegesellschaft so gewollt. Was daheim in den eigenen vier Wänden geschieht, ist angeblich keine Arbeit, obwohl sie häufig anstrengender ist und mehr Leistung erfordert als Berufsarbeit, ich muß mich verbessern, als außerhäusliche Erwerbsarbeit. Die Erziehungs- und Betreuungsarbeit dagegen erfordert häufig im Kleinkindalter mit der notwendigen Bereitschaft eine Wochenarbeitszeit von 168 Stunden, ohne Bezahlung, ohne Freizeitausgleich, ohne Urlaubsanspruch, praktisch ohne Sozialversicherung.

Diese Entwicklung ist skandalös. Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen Kinder, d.h. im Grunde genommen auch gegen die eigene Zukunft. Und diese kinder- und familienfeindliche Entwicklung hält schon mehr als 4 Jahrzehnte an. Was hat sie alles hervorgebracht? Allein in der Bundesrepublik Deutschland wurden seit 42 Jahren insgesamt etwa 1,5 Billionen DM an Kinderstrafsteuern grundgesetzwidrig auf Einkommen und Verbrauch von gutwilligen und ausgenutzten Eltern erhoben. Weitere geschätzte 4,5 Billionen wurden über die sogenannte Transferausbeutung von den Elternkonten an Kinderlose und Kinderarme zur Alterssicherung transferiert.

Familien haben keine Lobby, die sich dagegen stellt. Der Ausnutzung bis hin zur modernen Sklaverei ist Tür und Tor geöffnet. Wer sich für Kinder entscheidet, wählt die Armut.

Erst in jüngster Zeit haben die deutschen katholischen Bischöfe die Familien zum Widerstand gegen die Kinder- und Familienfeindlichkeit im Lande aufgerufen. Es ist höchste Zeit.

Abtreibung wird in 80 % aller Fälle mit finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten begründet, in einem Land, dem es noch nie so gut ging wie heute. Unsere Gesellschaft würde all die vielen Menschen dringend brauchen, denen das Lebensrecht aus wirtschaftlichen Gründen verwehrt wird. Kein Mensch hat bisher errechnet, welch ein gewaltiges Potential an Leistung und Kreativität in Europa verloren geht und wieviel Schmerz allen Beteiligten zugefügt wird, Müttern, Vätern und Kindern.

Wir wissen nur eines, so kann es nicht weitergehen! Das Gleichgewicht in den europäischen Gesellschaften muß wieder hergestellt werden. „Zukunft“ darf nicht mehr wie ein Fremdwort in Politik und Wirtschaft gewertet werden.

Es gibt 2 wichtige Wege:

(a)    Alle Aufwendungen für Kinder (Wohnen, Essen, Pflege, Bekleidung, Ausbildung, Betreuung etc.) dürfen nicht der Einkommens- und Verbrauchsbesteuerung unterworfen werden, ansonsten sind es gesellschaftsfeindliche Kinderstrafsteuern, über die sich die gesamte Gesellschaft um ihre Zukunft bringt. Die gezahlte Mehrwertsteuer auf den Kindesunterhalt sollte auf anderem Wege den Familien wieder zugeführt werden.

(b)   Die Erziehungs- und Pflegearbeit mit Kindern muß einen angemessenen leistungsorientierten Marktwert erlangen und vergütet werden, wie jede andere außerhäusliche Arbeit auch. Demzufolge muß der Arbeitsbegriff neu überdacht werden. Familien- und Erziehungsarbeit ist auch eine Berufsarbeit, mit Ausbildung, Examina, Zulassung, Vergütung, Urlaubsanspruch, Unfall- und Sozialversicherung, Steuerentrichtung und gewerkschaftlicher Vertretung, wie im übrigen Berufs- und Wirtschaftsleben.

An diesem neuen Berufsbild wollen wir arbeiten und es zum Inhalt des 2. Europäischen Kongresses für eine Aufwertung der Erziehungsarbeit voraussichtlich im November 1999 in Straßburg machen.

Gerhard Wehr, 

Vorsitzender des Deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe e. V.

Im April 1999

 


"Deutsche Liga für das Kind" contra Betreuungsgeld 

- Familiennetzwerk widerspricht

 

 

 

Positionspapier der Deutschen Liga für das Kind (Juli 2010)

"Betreuungsgeld dient nicht dem Kindeswohl"

 

 

Die Bundesregierung plant, für diejenigen Eltern, die ihr Kind vor Vollendung des dritten Lebensjahres nicht in einer Kindertageseinrichtung betreuen lassen, ein monatliches Betreuungsgeld einzuführen. Die Deutsche Liga für das Kind ist der Auffassung, dass ein solches Betreuungsgeld nicht am Wohl des Kindes orientiert ist und im Gegenteil bei zahlreichen Kindern sogar negative Effekte auslösen kann......

 

 

FAMILIENNETZWERK 19. Oktober 2010

 

Antwort des Familiennetzwerks 

auf das Positionspapier der „Deutschen Liga für das Kind“ zum Betreuungsgeld

Die „Deutsche Liga für das Kind“ hat ein Positionspapier zur Einführung des geplanten Betreuungsgeldes für selbsterziehende Eltern von Kindern unter drei Jahren herausgegeben. Dort wird behauptet, dieses Betreuungsgeld diene nicht dem Kindeswohl. Lesen Sie hier, warum die in dem Positionspapier aufgeführten Argumente irreführend und falsch sind:

 

 

Zum Thema siehe auch:

 

Verband der Familienfrauen und -männer e.V, Familienarbeit heute 1/2010 (posted 20.05.2010 18:36)

 

Familienarbeit heute :

DER STREIT UM DAS BETREUUNGSGELD

Auch kirchliche Einrichtung hetzt gegen zu Hause erziehende Mütter

 

Posted by GesaEbert

 

 

 

 

 

 

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Leiter des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338