HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

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 Tübingen, 11. Mai 2010

erstellt: 16:00 Uhr, Stand 17:50 Uhr

Ergänzung 12.05.10, 8:05 Uhr

 

Karriere und Kind(er):

Grüner Vorzeige-Bürgermeister mit peinlichem Frühstart beim persönlichen Kampf um Krippenplatz 

– Rückzieher nach scharfer Kritik

 

Die bündnisgrünen Männer sorgen derzeit immer wieder mit demonstrativer Familienfreundlichkeit für Schlagzeilen. Erklärtermaßen wollen sie nicht nur mit ihrem politischen Programm ein fürsorglicheres Männerbild in der Gesellschaft etablieren (HPL); auch ihre persönliche Praxis soll die moderne Vaterschaft illustrieren (vgl. z.B. HBF 13.01.10).

Besonders viel vorgenommen hat sich dabei ein prominenter grüner Bürgermeister: Öffentlich verkündete er im Dezember das Ziel, zusammen mit seiner nicht minder erfolgreichen Partnerin trotz (erstem) Kind ihre Doppelkarriere fortzusetzen (vgl. HBF 23.12.09). Dabei will er sich als "neuer Vater" nicht nur zwei Monate Elternzeit genehmigen; höchstpersönlich hat er sich zudem einen Platz in der städtischen Krippe gesichert, in der sein bislang ungeborenes Kind sofort nach dem 6. Lebensmonat untergebracht werden kann (HPL). 

Diese bürgermeisterliche Voraussicht hat in der kommunalen Öffentlichkeit für Aufruhr gesorgt: Weniger die Tatsache, daß der Vater und nicht die Mutter sich um die familienexterne Kinderbetreuung kümmert. Für Unmut sorgt der persönliche Krippenerfolg des Stadtoberhaupts, obwohl es in der Kommune bislang grundsätzlich nicht möglich ist, Ansprüche auf einen Betreuungsplatz bereits vor der Geburt des Kindes anzumelden. 

Von der öffentlichen Kritik sensibilisiert, haben der OB und seine Partnerin Ende letzter Woche auf ihren Betreuungsplatz verzichtet (HPL). Stattdessen wollen sie jetzt den ortsüblichen Weg gehen, um ihren Vereinbarkeitstraum von Kind und Karriere zu verwirklichen.

Die Zweifel am Vorbildcharakter dieser "neuen grünen Väter" dürften indes bleiben. Schließlich haben selbst die eifrigsten Krippenexperten der Regierung andere Vorstellungen von einer kindgerechten Nutzung des öffentlichen Betreuungsangebots ..(HPL). 

  

 

Zum Thema siehe auch:

 

 

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