HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

 PRESSEDIENST

 

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 Tübingen, 26. März 2010

erstellt: 18:00 Uhr

 

Belastungen für Mütter steigen 

Unterstützung durch Krankenkassen bei Überforderung sinkt

 

Mütter sind eine der am meisten belasteten Bevölkerungsgruppe (vgl. z.B. HBF 09.11.09). Als (oft) Hauptverantwortliche für die Familienarbeit stehen sie in vielfältiger Weise unter Druck (vgl. z.B. Studie der Konrad Adenauer Stiftung, HBF 2008). Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung tragen die immer höheren Anforderungen der Arbeitswelt, die immer massiver auf die Gesundheit von Frauen und Müttern durchschlagen (vgl. HBF 24.03.10). Daher ist es beunruhigend, wenn die Krankenkassen ihre Unterstützungsangebote für überforderte Mütter kürzen. Nach Angaben des Müttergenesungswerkes (MGW) sind die „Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Mütter und Mütter mit Kindern“ 2009 um 5,6% gesunken, gleichzeitig sind aber die Gesamtausgaben der GKV um 6% gestiegen" (MGW-PM 24.03.10). Hauptgrund dafür sei die um 4% auf insgesamt 31% gestiegene Ablehnungsquote der Kuranträge durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Dies stehe im krassen Gegensatz zum gemeinsam erklärten politischen Willen aller Bundestagsparteien. Mit einer Gesetzänderung im Jahr 2007 hatte der Zugang für erholungsbedürftige Mütter, Väter und Kinder zu diesen Reha-Maßnahmen erleichtert werden sollen. Zudem widerspreche es dem objektiven Bedarf. Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums wurden 2007 rund 2,1 Millionen Mütter als kurbedürftig eingestuft.

 

 

Zum Thema siehe auch:

 

 

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Müttergenesungswerk (MGW) 24. März 2010

 

 

MÜTTERGENESUNGSWERK KRITISIERT SPARMASSNAHMEN ZU LASTEN DER GESUNDHEIT VON MÜTTERN

 

Berlin, 24. März 2010. Das Müttergenesungswerk (MGW) kritisiert das Sparverhalten der Krankenkassen an Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen. Im letzten Jahr nahmen nur noch 43.000 Mütter und 64.000 Kinder (6% weniger als 2008) an Vorsorge- oder Rehabiliationsmaßnahmen im Müttergenesungswerk teil.

 

Ablehnungsqoten für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren stiegen 2009 auf 31%:

Müttergenesungswerk kritisiert Sparmaßnahmen zu Lasten der Gesundheit von Müttern

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Berlin, 24. März 2010. Das Müttergenesungswerk (MGW) kritisiert das Sparverhalten der Krankenkassen an Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen. Die Ausgaben der Gesetzli-chen Krankenversicherung (GKV) sind nach den jüngst veröffentlichten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums im Bereich „Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Mütter und Mütter mit Kindern“ 2009 um 5,6% gesunken, gleichzeitig sind aber die Gesamtausgaben der GKV um 6% gestiegen. Für das Müttergenesungswerk eine skandalöse Entwicklung. „Die gesetzlichen Änderungen in diesem Bereich waren 2007 erklärter politischer Wille aller Fraktionen im Deutschen Bundestag. Ziel war, den Zugang zu diesen Kurmaßnahmen für Mütter zu erleichtern und deshalb ihren rechtlichen Anspruch zu stärken“, betont Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes in Berlin.

Die Statistik des Müttergenesungswerkes spiegelt diesen Ausgabenrückgang der GKV. Im letzten Jahr nahmen nur noch 43.000 Mütter und 64.000 Kinder (6% weniger als 2008) an Vorsorge- oder Rehabiliationsmaßnahmen im Müttergenesungswerk teil. Die Ablehnungen der Kuranträge durch die gesetzlichen Krankenkassen stiegen 2009 um 4% auf insgesamt 31%. Viele Krankenkassen haben ihre Ablehnungsquoten gesteigert und begründen Ablehnungen vor allem mit dem Grundsatz „ambulante Maßnahmen nicht ausgeschöpft“ oder Varianten davon. „Dieser Grundsatz gilt aber seit 2007 explizit nicht für mütterspezifische Kurmaßnahmen und die Anwendung ist daher rechtswidrig“ erläutert Schilling, „deshalb sind die Widersprüche von Müttern gegen die Ablehnung ihres Kurantrags mit 48% so erfolgreich.“

Das Müttergenesungswerk fordert die Politik auf, diese Entwicklung zu beobachten und zu intervenieren. Schilling erklärt: „Der gesetzliche Anspruch für Mütter ist geregelt, aber es gibt ein deutliches Umsetzungsproblem bei den Krankenkassen. Die neue gesetzlich verordnete Statistik der Kassen zu Anträgen und deren Erledigung, die seit 2008 geführt werden muss, gibt es bis heute nicht. Mütter brauchen mal wieder dringend Unterstützung von politischer Seite, um ihre Rechte durchzusetzen.“

Im 60. Jahr seines Bestehens und trotz aller Erfolge ist das Müttergenesungswerk in großer Sorge um die Müttergesundheit in Deutschland. Der Bedarf an den spezifischen Maßnahmen für Mütter ist nach wie vor riesig. Eine Studie des BMFSFJ 2007 hat eindeutig belegt, dass 2,1 Millionen Mütter kurbedürftig sind. Familienpolitik und Familienfreundlichkeit zeigt sich auch am Umgang mit der Gesundheit von Müttern. In jedem Fall hängt eine ganze Familie daran.

Das MGW ruft deshalb die Mütter auf, selbstverständlich ihren Kurantrag bei ihrer Krankenkasse zu stellen und dafür die Unterstützung der Beratungsstellen des Müttergenesungswerkes bei den Wohlfahrtsverbänden in Anspruch zu nehmen. Damit hat ihr Antrag beste  Erfolgschancen. „Mütter sollten immer bedenken, dass eine Krankenkasse  auch gewechselt werden kann, wenn sie eine ungerechtfertigte Ablehnung erhalten.“ Das Müttergenesungswerk zeigt in seiner Statistik der Beratungsstellen die Ablehnungsquoten einzelner Krankenkassen auf.

(....)

 

Anhang:

 

 

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HBF-Aktuell-2010

 

 

 

Leiter des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338