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Tübingen, 21. März 2011
erstellt: 13:45 Uhr
Kinder in der alternden Gesellschaft:
Glücksfall oder nervender Störfaktor?
– Der Graben im Alltag wächst
Die Lebenszufriedenheit von (/junger) Eltern liegt deutlich unter der von Kinderlosen - so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten internationalen Vergleichsstudie (vgl. HBF 11.03.11). Für viele Mütter und Väter ist dieser Befund eine Provokation, dem sie mit Blick auf ihre persönlichen Erfahrungen vehement widersprechen (HPL). Trotz aller wirtschaftlichen, beruflichen und sonstigen Belastungen seien Kinder doch unterm Strich eine Bereicherung ihres Lebens, die sie keinesfalls missen wollen - ohne die sich im übrigen jedes Gemeinwesen selbst abschaffe.
Daß diese Sicht auf den Nachwuchs in unserer Gesellschaft längst kein allgemeingültiger Konsens mehr ist, zeigt ein Vorfall, der letzte Woche für Schlagzeilen sorgte: Zwei ältere Passagiere eines Linienbusses fühlten sich durch das Geschrei eines Babys gestört und beschwerten sich beim Busfahrer (HPL). Daraufhin veranlaßte er die junge Mutter zum Aussteigen auf offener Strecke. Die betroffene Mutter war von dieser Grenzüberschreitung völlig überrascht. Allerdings, so berichtete sie weiter, würde ihr oft völlige Verständnislosigkeit im Bus entgegenschlagen.
Diese Verständnislosigkeit ist nachweislich überall im Land mit wachsender Deutlichkeit zu erkennen. Deshalb hatte etwa das Bundeskabinett jüngst das Kinderlärm-Erlaubnis-Gesetz verabschiedet, um den Bau von Kitas in Wohngebieten zu erleichtern (vgl. HBF 2011). Damit reagiert die Politik jedoch nur auf die Spitze eines Eisberges möglicher Konflikte von Eltern in einer zunehmend ergrauenden und kinderlosen Gesellschaft. Gerade in den städtischen Ballungszentren, die sich bundesweit einer neuen Beliebtheit erfreuen, kommt es schnell zu Konfrontationen, die die Bevölkerung polarisieren. Der aktuelle Fall in einer (Welt-)Metropolenstadt bestätigt das nicht nur (HPL); die heftige öffentlichen Debatte darüber zeigt auch, wie tief der Graben zwischen Familien und den anderen Bevölkerungsgruppen schon geworden ist (HPL). Dabei steht die bundesdeutsche Schrumpf-Alterung erst am Anfang ihrer "dynamischen" Entwicklung.
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