HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)

 

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 Tübingen, 9. Mai 2011

erstellt: 18:55 Uhr

 

Sehnsucht nach schlichten Weltbildern: 

(Alt-) NEUES DEUTSCHLAND entlarvt 

Hartz-IV-Richter Borchert und 

Heidelberger Familienbüro als Reaktionäre!

 

Die Verleihung des diesjährigen Regine-Hildebrandt-Preises der Stiftung Solidarität 2011 am 6. Mai an den Darmstädter Sozialrichter Jürgen Borchert (vgl. dazu auch HBF 18.02.11) ist für das NEUE Deutschland Anlaß zur Abrechnung mit dem engagierten Juristen. Der Vorwurf: Borchert sei im Kern der Vertreter eines erzreaktionär-elitären Familienbildes, das für die Forderung nach einer "üppige Herdprämie" stehe und bei dem "Kinderkrippen zu den Geiseln der Menschheit" zählten (vgl. Personalien: TOTAL SOZIAL. Von Regina Stötzel. NEUES DEUTSCHLAND 07.05.2011).

Wenn die ND-Kollegin sich nicht nur auf das Nachbeten von Texten ideologisch gleichgesinnter Autoren/innen beschränkt (vgl. z.B. HBF 09.08.07), sondern selbst recherchiert hätte, wäre sie auf einige Fakten gestoßen, die nicht in ihr schlichtes Weltbild passen:

  1. Sozialrichter Jürgen Borchert hat bereits im Herbst 1996 die Leitung des Heidelberger BüroS für Familienfragen und soziale Sicherheit (HBF) abgegeben. Er ist damit nicht für dessen inhaltliche Positionen verantwortlich.

  2. Als Mitbegründer des Heidelberger Familienbüros ist er nicht automatisch Befürworter des Konzeptes Erziehungsgehalt/einkommens. Im Gegenteil: Ausdrücklich hat er sich davon distanziert und so eine kontroverse Debatte mit dem Heidelberger Familienbüro ausgelöst (vgl. HBF 26.01.01).

  3. Die inhaltliche Überschneidung einzelner familienpolitischer Forderung zwischen Sozialrichter Jürgen  Borchert, dem Heidelberger Familienbüro und dem Familiennetzwerk ist - anders als es die ND-Mitarbeiterin offensichtlich für selbstverständlich hält - nicht mit einer vollständig deckungsgleichen Programmatik der Beteiligten gleichzusetzen. Das gilt insbesondere für die grundsätzliche Kritik des Familiennetzwerkes an Kinderkrippen. Sowohl Jürgen Borchert als auch das  Heidelberger Familienbüro treten im Rahmen eines Konzeptes der Wahlfreiheit bei der Art der Kinderbetreuung auch für die Möglichkeit ein, qualitativ hochwertige Betreuungsangebote zu nutzen.

  4. Wer im übrigen, die Programmdebatte der Linkspartei u.a. auch über ein bedingungsloses Grundeinkommen ausführlich dokumentiert (vgl. z.B. ND 16.04.11), dem sollten Gedanken und Konzepte zur Überwindung des traditionellen Arbeitsbegriffs eigentlich nicht fremd sein. Genau das ist das Ziel des Erziehungsgehalts/einkommens zur Honorierung familiärer Betreuungs- und Erziehungsleistung von Müttern und Vätern (vgl. dazu z.B. "Das ist der feministische Grundirrtum" - DER FREITAG 01.01.11)

 

 

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Leiter des Büros: Kostas Petropulos - FACHBEIRAT: Wiltraud Beckenbach; Dr. Otfried Hatzold, Cycloplan, München; Christian Kennerknecht; Dr. rer. pol. Christian Leipert, Inst. für Sozialökologie (ISÖ, Bonn/Berlin), Europäisches Institut zur Aufwertung der Erziehungsarbeit (Berlin); Alfred Rollinger, Vizepräsident des Sozialgerichtes Trier a.D. und ehem. Vorsitzender Familienbund, Bistum Trier; - GESCHÄFTSSTELLE Eschbachstr.6, 79199 Kirchzarten, Tel: 07661-62062, Fax: -62338