Medien in der selbstverschuldeten Krise:
Mythos Familienförderung“ in der Presse quicklebendig
Elternwirklichkeit findet weiterhin nicht statt
/ Ein Lehrstück

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HBF-AKTUELL, Tübingen, 06. Februar 2013, erstellt 15:25 Uhr, Stand 06.02.13, 12:30 Uhr

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Der exklusive Vorabbericht des SPIEGEL (vgl. HBF 04.02.13) über das vernichtende Votum von Regierungsexperten zur Wirksamkeit der Familienpolitik hat ein gewaltiges polit-mediales Echo ausgelöst. Den Parteien bietet sich damit die Gelegenheit, im Bundestagswahlkampf ein tatsächlich überlebenswichtiges Thema zu vertiefen. Allerdings besteht derzeit kein besonderer öffentlicher Druck, diese Auseinandersetzung auf einem inhaltlich sachgerechten Niveau zu führen. Das dokumentiert die Reaktion großer Teile der Presselandschaft auf die SPIEGEL-Auswahl aus dem vermeintlichen „Regierungsgutachten“ (HPL).

Nahezu unisono beklagen die Redaktionen die „verschwenderische Familienförderung in astronomischer Höhe“ und deren Wirkungslosigkeit. Die entsprechenden „Patentrezepte“ konnten sie im SPIEGEL nachlesen und sich sofort zu eigen machen (Motto: Das Bargeld für Familien sofort in die Infrastruktur für Bildung und Betreuung umleiten!).

Merkwürdigerweise kommt von dem vermeintlichen staatlichen Milliardensegen bei den Familien jedoch nichts an. Das bestätigen nicht nur die Zuschriften an das Heidelberger Familienbüro nach den kritischen Interviews mit dessen Leiter im Deutschlandfunk, SWR oder NDR (vgl. HBF 04.02.13).

Tatsächlich hat die Statistik-Welt der Regierungsgutachter nichts mit der Lebenswirklichkeit von Familien zu tun. …(HPL).. ….wie sich seit Jahren in den einschlägigen Statistiken nachlesen läßt. Das hat nichts mit der ineffizienten Verteilung des staatlichen Geldsegens zu tun, wie der SPIEGEL die Finanz- und Wirtschaftexperten suggerieren läßt. Es liegt schlicht daran, daß diese Experten offenkundig absichtsvoll falsche Zahlen in die Welt setzen. Das zeigt beispielhaft ….(HPL)

Die Unkenntnis dieser und anderer zentraler Fakten (vgl. dazu die Volltext-Wiedergabe des DLF-Interviews am 04.02.13) in vielen Redaktionen, läßt sich nicht allein mit der extremen Kinderlosigkeit der Medienmacher/innen von fast 60% (vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2012 – HPL) erklären. Hauptverantwortlich dafür ist der offenkundige Verzicht auf den Gebrauch elementaren journalistischen Handwerkzeugs z.B. die gründliche Lektüre des jüngst und deshalb mühelos verfügbaren Familienreports 2012 – vom Gebrauch anderer, reichlich vorhandener seriöser Quellen ganz zu schweigen, wie es einige Redaktionen beim Umgang mit dem SPIEGEL-Titel vorführen (HPL).

Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, wenn die Bereitschaft des Publikums sinkt, für mediale Produkte zu bezahlen, deren Gebrauchswert nicht mehr ersichtlich ist.

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