Ukraine-Konflikt_u_Freihandel_240314.html

Kampf um die Ukraine (2)

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Feindbild Putin-Russland:

Der stärkste Trumpf für das Projekt „EU-USA-Freihandelszone“

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HBF-Lese-Tip, Tübingen 24. März 2014, erstellt 11:40 Uhr

Die Welt 19.03.14

„Brüssel und Berlin waren blauäugig“

Nicht nur Wohlstand verwalten: Der Politologe HERFRIED MÜNKLER meint, dass die EU lernen muss, in den Kategorien von Geopolitik und Imperien zu denken

Von Andrea Seibel und Alan Posener

Herfried Münkler gilt vielen als Deutschlands bedeutendster Politikwissenschaftler. Seit der Veröffentlichung seiner über 900 Seiten starken Geschichte des Ersten Weltkriegs ist er gewiss der gefragteste. (…)

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Herfried Münkler: …. Die andere Ähnlichkeit ist, dass Russland das Gefühl hat, eingekreist zu sein, wie die Deutschen vor 1914.

(…) Ich weiß nicht, ob seine geo-politischen Vorstellungen grundsätzlich solche des 19. Jahrhunderts sind. Als Gorbatschow damals in die deutsche Einheit einwilligte, ging er davon aus, dass die Nato nicht auf das Gebiet der neuen Bundesländer vorgeschoben werden solle. Kohl hat ihm das auch zugesagt. Insofern denke ich, dass es in der Wahrnehmung der politisch-militärischen Elite der Russen ein Gefühl gibt, die anderen kommen uns immer näher. Wer auch immer die anderen sind. (…)

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Tagesspiegel   24.03.2014 08:28 Uhr

Interview mit Peter Scholl-Latour

„Ich verstehe mich gut mit Ganoven“

Papa Doc, Gaddafi oder Kabila – Peter Scholl-Latour hat sie alle getroffen. Ein Gespräch über Putin und die Krim, Martini Dry und durchgeschwitzte Matratzen.

von Andreas Austilat, Julia Prosinger und Björn Rosen

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Tagesspiegel: Beim jetzigen Maidan-Aufstand sehen Sie wieder Europäer und Amerikaner als Hintermänner?

Peter Scholl-Latour: Da kann ich nur sagen: Fuck the EU! Jetzt reden sie nicht mehr nur von einer wirtschaftlichen Assoziierung der Ukraine, sondern von einem Beitritt. (…) Die Russen haben unter uns gelitten. Wäre ich Russe, hätte ich auch nicht gern die Amerikaner an meiner Südküste. Das ist eine strategische Position. Und da spielen die USA verrückt im Moment. Die führen den Kalten Krieg fort.

Tagesspiegel: Es war Putin, der mit der Annexion der Krim das Völkerrecht gebrochen hat.

Peter Scholl-Latour: Die Amerikaner müssen vom Völkerrecht reden! Wer Leute mit Drohnen ermorden lässt! Die sind selber in genügend Länder einmarschiert. Und im Irak haben sie uns total angeschmiert. Putin hat hundertmal recht auf die Krim. Die Menschen dort sind prorussisch.

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Die Welt 19.03.14

„Brüssel und Berlin waren blauäugig“

Nicht nur Wohlstand verwalten: Der Politologe HERFRIED MÜNKLER meint, dass die EU lernen muss, in den Kategorien von Geopolitik und Imperien zu denken

Von Andrea Seibel und Alan Posener

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Herfried Münkler: Dann sprechen wir eben von Einflusszonen. Die Ukraine-Krise könnte, wenn sie einen heilsamen Effekt in Brüssel hat, bewirken, dass man sich mehr Gedanken darüber macht, in welcher Weise man auf Räume ausstrahlt, die gar nicht unmittelbar zu Europa gehören, etwa Nordafrika. Die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts sind nicht, dass Infanterie- oder Panzerdivision Grenzen überschreiten, sondern Flüchtlingsströme. Unsere Vulnerabilität besteht nicht darin, dass ein Feind uns Land wegnehmen würde, sondern in einer Überforderung der Sozialsysteme, die zentral sind für den inneren Frieden bei uns.

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Der entscheidende Punkt wird sein, wie die Russen mit der Ost-Ukraine umgehen. Man könnte sich vorstellen, dass die russische Lösung darin besteht, die Ost-Ukraine, eingeschlossen der Krim, mit Krediten und Wirtschaftshilfen und abgesenkten Preisen für Rohstoffe und was auch immer zu alimentieren. Und die West-Ukraine würde dann der EU auf die Füße fallen. Angesichts dieses Szenarios wäre es nicht sonderlich klug, jetzt Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu beschließen. Denn deren Kosten werden von Deutschland bezahlt werden müssen, nicht von den Amerikanern, nicht von den französischen Intellektuellen wie Bernard-Henri Lévi, nicht von den Spaniern oder Italienern.

 

F.A.Z. / Faz.net 05.03.14

Verschlusssache

 AMERIKA VERSTIMMT EU IN SACHEN FREIHANDEL

Es gibt ernste Verstimmungen über das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und Amerika. Das geht aus einem geheimen Bericht an die Bundesregierung hervor, der der F.A.Z. vorliegt.

Von Hendrik Kafsack und Henrike Roßbach, Brüssel/Berlin

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F.A.Z. 24.03.14

Investorenschutz umstritten

UKRAINE-KRISE BEFLÜGELT FREIHANDELS-GESPRÄCHE

Die Ukraine-Krise verdeutlicht der EU und Amerika die Vorteile des Freihandels. Bis zu einem Abkommen ist aber noch viel zu klären. Hierzulande ist vor allem der Investorenschutz umstritten.

Von Hendrik Kafsack, Brüssel

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Taz Online 09.03.14

Sanktionsdrohungen gegen Russland

MIT FRACKING GEGEN PUTIN

Politiker in den USA wollen Gas aus Amerika exportieren und damit gegen die russischen Exporte konkurrieren. Gazprom könnte so zu den Verlierern zählen.

Dorothea Hahn

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Zum Thema siehe auch:

Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

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