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Nachwuchsschwund in Deutschland:
„KINDERLOSE BESTRAFEN?“
(Naive) FOCUS-„Aufklärung“ stellt die Fakten auf den Kopf

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HBF-Aktuell, Tübingen 08.12.2014, erstellt 21:30 Uhr
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Noch vor der heute veröffentlichten Geburtenrate für 2013 hat FOCUS-Online ein Dossier publiziert, das der Frage nachgeht, ob Kinderlose gegenüber Eltern in unserem Steuer- und Sozialsystem in unzulässiger Weise privilegiert werden. Unter der provokativen Überschrift "Kinderlose bestrafen?" wollten FOCUS-Experten die gängigen (Vor)Urteilen in der Debatte auf den Prüfstand stellen. 
Tatsächlich findet diese sogenannte Prüfung nur durch Michaela Kreyenfeld statt. Die Soziologin ist Leiterin der Forschungsgruppe „Lebenslauf, Sozialpolitik und Familie“ am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. Als Expertin für Steuer- und Sozialpolitik ist die Demographieforscherin dem Heidelberger Familienbüro trotz jahrzehntelanger Beobachtung der Fachdebatte bislang noch nicht aufgefallen. Dementsprechend fallen ihre Einschätzung aus, die die FOCUS-Online-Redaktion für kompetent hält:
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EXPERTEN diskutieren Meinungen unserer User
Familien ohne Kinder bestrafen?: "Kinderlose raus aus der Rentenversicherung!"
von FOCUS-Online-Redakteurin Jennifer Litters  
 
Colourbox.de Sind Paare, die auf Kinder verzichten, karrierefixierte Egoisten?
Kinderlose gelten als Egoisten, die einen hedonistischen Lebensstil pflegen. Später kassieren sie genauso Rente wie Eltern, obwohl sie keinen künftigen Beitragszahler in die Welt gesetzt haben. Ist das so? FOCUS Familie klärt auf. (….)
(….)
Andererseits: „Der Staat unterstützt Familien in Deutschland schon sehr“ sagt MICHAELA KREYENFELD und verweist auf die Evaluierung des Familienministeriums, das selbst 156 Leistungen gezählt hat, die Familien zu Gute kommen. Dafür gibt der Staat gut 55 Milliarden Euro aus.
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Staat fördert vor allem Alleinverdiener-Familien
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Allerdings würden viele dieser Leistungen, etwa das Ehegattensplitting, ein bestimmtes Familienmodell fördern: das eines alleinverdienenden Elternteils dessen Partner, die sich vornehmlich um die Kinder kümmert. Erst mit der Einführung des Elterngelds im Jahre 2007 habe sich der Schwerpunkt der Familienförderung ein Stück in Richtung Doppelverdiener verschoben. „Es ist aber auch nicht Aufgabe des Staates, für alle Kosten aufzukommen, die Kinder verursachen“, sagt die Soziologin.
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Soll man Kinderlose bestrafen?
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Und: „Kinderlose erhalten bereits weniger Zuwendungen vom Staat als Familien“, gibt allerdings Soziologin Michaela Kreyenfeld. „Die Frage ist: Will man sie dezidiert dafür bestrafen, dass sie keinen Nachwuchs haben – so wie in der Pflegeversicherung?“ (…)
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siehe dazu:
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SOZIALSTAATS-DÄMMERUNG:
Verläßlicher Leitfaden des Sozialrichters JÜRGEN BORCHERT durch den polit-medialen Informationsdschungel
als TASCHENBUCH erschienen
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2. Die gezielte Desinformation der Öffentlichkeit durch die Bundesregierung mit Hilfe renommierter Forschungsinstitute, die ohne Rücksicht auf wissenschaftliche Redlichkeit bereit sind, politisch erwünschte Ergebnisse zu produzieren:
 
Wissenschaftlicher Müll: die »Gesamtevaluation«
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Furore machte auch die »Gesamtevaluation familienpolitischer Leistungen«, die einer der Anlässe für meinen Zorn war, dem die Sozialstaatsdämmerung entsprang (dazu das Vorwort zur Erstauflage und Kapitel 3). Die Forschungsergebnisse wurden im Sommer 2013 zugänglich und auch ihre Lektüre beweist, dass nichts von meiner harten Kritik zurückzunehmen, sondern diese sogar noch zu verschärfen ist. Inzwischen wurde nämlich bekannt, dass das Forschungsreferat 214 des Bundesfamilienministeriums eine vernichtende Kritik am Design der Studie verfasst hatte, welche im Ministerium im Juni 2006 vorgestellt worden war. Diese Kritik führte nun aber nicht etwa zur Überarbeitung des Konzepts, sondern stattdessen zum kompletten Ausschluss des Forschungsreferats von der weiteren Begleitung der Studie. (…..)
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[1] Jürgen Borchert, »Transferausbeutung oder Wundertüte: Welchen Beitrag leistet die Gesamtevaluation zur Familienpolitik?« in: Fachta­gung des DPWV »Problemfall Familienförderung — was kommt nach der Gesamtevaluation?«, 23. Oktober 2013, Berlin- Dokumentation, S. 20 ff. http://www.der-paritaetische.de/uploads/tx_pdforder/doku-mentation_problemfall-familie_web.pdf

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Das Märchen vom Halali
Es stimmt nicht, dass Kinderlose Familien subventionieren: Umgekehrt wird ein Schuh daraus
von Kostas Petropulos
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 Seit die Bundestagsparteien mit Blick auf die absehbare Vergreisung unserer Gesellschaft ihre familienpolitische Rhetorik verschärft haben, fühlen sich Kinderlose hier zu Lande zunehmend verfolgt. Ein Beispiel dafür lieferte kürzlich auf dieser Debattenseite der Leipziger Publizist Michael Klein. (…)
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Der Autor leitet den Pressedienst des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit (HBF)

 

 

 

 

Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit