Altenrepublik Deutschland:
WENN (Erziehungs-)LEISTUNG NICHT ZÄHLT…..
Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn über die Ursachen und dramatischen Folgen des Demographischen Defizits
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HBF-LESE/VIDEO-Tip, Tübingen 15.12.14, erstellt 20:45 Uhr
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Generationen(un-)gerechtigkeit, Ursachen, Folgen und Politikimplikationen des demographischen Defizits
Universitätsöffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts.
Große Aula der Ludwig-Maximilians-Universität, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München.
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Deutschland altert schneller als fast alle Länder dieser Welt und hat weniger Neugeborene in Relation zu seiner Bevölkerung als fast jedes andere entwickelte Land dieser Erde. Die Folgen werden dramatisch sein. Die Babyboomer, jetzt Ende vierzig, werden in fünfzehn bis zwanzig Jahren in Rente gehen und Geld von Kindern verlangen, die sie nicht haben. Zugleich werden sie an ihre Banken und Lebensversicherer herantreten, um das dort angelegte Geld zurück zu bekommen, die selbst das gleiche mit ihren Schuldnern machen werden, die aber vielleicht gar nicht mehr solvent sind. Wohin das alles führt und was man dagegen machen kann, diskutiert Professor Hans-Werner Sinn öffentlich. In die Thematik einführen wird Dr. Jürgen F. Kammer, Vizepräsident des Wirtschaftsbeirats der Union, der früher als Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender Südchemie AG tätig war. Der Vortrag ist eine Veranstaltung der CESifo-Gruppe und wird vom Wirtschaftsbeirat der Union e.V. unterstützt.
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Weiterführende Literatur
Sinn, Hans-Werner, „Land ohne Kinder – die Fakten, die Folgen, die Ursachen und die Politikimplikationen“, Vortrag vor der nordrheinwestfälischen Akademie der Wissenschaften, Düsseldorf, Juni 2014 | PDF Download
Sinn, Hans-Werner, „ifo Standpunkt Nr. 159: Deutsche Gerontokratie“, 10.06.2014 | Text
  1. Sinn, Hans-Werner, „Das demographische Defizit – die Fakten, die Folgen, die Ursachen und die Politikimplikationen“, ifo Schnelldienst 66 (21), 2013, 03-23 | Details | PDF Download
Der Vortrag wird live im Internet übertragen.
Videodokumentation
Der Mitschnitt kann wenige Tage später in der Mediathek angesehen werden.
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HANS-WERNER SINN
„Abschied als Wirtschaftsnation“
Der Ifo-Chef warnt vor den verheerenden ökonomischen Folgen des demografischen Wandels.
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Wenn Hans-Werner Sinn über die politischen Herausforderungen unserer Zeit spricht, wirkt er zögerlich. Er macht Pausen, denkt nach. So lange, bis sich auch die vertracktesten Probleme in sein ökonomisches Koordinatensystem einfügen lassen. Sein Glaube an die Marktwirtschaft ist unerschütterlich – auch das Demografie-Problem, davon ist der Ifo-Chef überzeugt lässt sich langfristig über ökonomische Anreize überwinden.
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Herr Sinn, Sie warnen vor den katastrophalen Folgen des demografischen Wandels.  Könnten Sie uns kurz das Bild der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2030 zeichnen?
Von 2025 bis 2035 gehen die Babyboomer in Rente, die heute den Rest an wirtschaftlicher Dynamik erzeugen, der in Deutschland noch anzutreffen ist.  Dann werden wir in Deutschland unter Berücksichtigung der Zuwanderung 7,5 Millionen Rentner mehr und 8,5 Millionen erwerbsfähige Personen weniger haben.  Die Ruheständler wollen dann ihre Renten von Kindern kassieren, die sie nicht haben. Außerdem kommt uns die Arbeitsbevölkerung abhanden. Das wird der Wirtschaft ganz erheblich zusetzen. (….)
Sind wir zu dieser Entwicklung verdammt, oder kann man etwa über gezielte Zuwanderung das Schlimmste noch verhindern?
Man sollte die Möglichkeiten nicht überschätzen. Wollten wir die negativen Effekte für die Volkswirtschaft über die Zuwanderung kompensieren, wären wir schnell in einer Größenordnung, die unser Vorstellungsvermögen strapazieren. Um die Relation von Alten und Jungen auf dem jetzigen Niveau zu halten, bräuchten wir rechnerisch bis zum Jahr 2035 ungefähr 30 Millionen junge Zuwanderer. (….)