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Das UKRAINISCHE ABENTEUER:
EUROPAS Himmelfahrtskommando im Osten
– Ein herausragendes Dossier im Deutschlandfunk
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Deutschlandfunk Dossier / Beitrag vom 20.03.2015
19:15 – 20:00 Uhr
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DIE UKRAINE AM ABGRUND
Wie oligarchische Politik und ethnische Polarisierung die Ukraine zerreißen
Von Klaus Müller
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Ein Jahr nach der Maidan-Revolution sieht der Präsident der Ukraine das Land in der tiefsten Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die im April 2014 eingeleitete Anti-Terror-Aktion hat Dörfer und Städte zerstört und über eine Million Bewohner in die Flucht getrieben; das Land steht vor dem Staatsbankrott.
Der Westen weist die Verantwortung für dieses Desaster einem revanchistischen Russland zu, das sein Imperium zu restaurieren versucht. Diese Rhetorik eines neuen Kalten Krieges überschattet die internen Defekte der ukrainischen Politik. Undurchsichtige Privatisierungen spielten die Wirtschaft konkurrierenden oligarchischen Gruppen zu. Die von ihnen beherrschten Parteien und Medien polarisieren die Öffentlichkeit entlang ethnischer Linien. In der Politik haben sich jene Interessen durchgesetzt, die auf eine weitere Internationalisierung Richtung Westen drängen, auch wenn dies das Land vor eine Zerreißprobe stellt.
Die EU muss sich fragen, warum sie die innerukrainische Polarisierung zu einen Kulturkampf gegen Russland übersteigert, den alle Seiten nur verlieren können – in erster Linie die ukrainische Bevölkerung.
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Manuskript (Auszug)
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(…) Die Konzentration wirtschaftlicher Macht im Vergleich: Die jeweils 50 reichsten Personen verfügen in den USA über ein Vermögen in Höhe von 4 Prozent des Sozialproduktes, in Russland sind dies bereits 18 Prozent. Das Vermögen der 50 reichsten Ukrainer beläuft sich auf 47 Prozent des Nationalprodukts.
Die Veränderungen der ukrainischen Politik seit der Jahrtausendwende sind wechselnden Koalitionen dieser Kapitalgruppen und den daraus resultierenden Verschiebungen im Parteiensystem geschuldet.
(….) Noch vor der Unabhängigkeit des Landes hatte der US-amerikanische Präsident George Bush senior in einer Rede im Ukrainischen Parlament vor einem ‚selbstmörderischen Nationalismus, gründend in ethnischem Hass’ gewarnt, der das Land in eine Katastrophe jugoslawischen Ausmaßes führen könne. (…)
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siehe dazu auch:
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Neuer Kalter Krieg?
WAS WIRKLICH HINTER DER UKRAINEKRISE STECKT
Film von Joachim Bartz und Reinhard Laska
weitere Sendetermine: Mi. 15.04.15, 16.00 Uhr
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Noch immer toben die Kämpfe in der Ostukraine. Kaum ist ein Waffenstillstand ausgehandelt, wird er gebrochen. Und auch die vor knapp einem Jahr annektierte Krim kommt nicht zur Ruhe, Kritiker des neuen russischen Regimes werden drangsaliert und verfolgt. In der ganzen Ukraine ist die humanitäre Lage prekär. Auch in Russland selbst hat sich die Lage zugespitzt: Die Währung verfällt, die Staatseinahmen sinken im Rekordtempo. Längst geht der Konflikt weit über die Ukraine hinaus. Es droht ein neuer Kalter Krieg, in dem sich Ost und West anscheinend unversöhnlich gegenüber stehen.
Die „Frontal 21“-Autoren Joachim Bartz und Reinhard Laska sortieren, was hinter Propaganda, Säbelrasseln und Sanktionen steckt. Sie erkunden die Schauplätze der Krise, waren auf der Krim, in der Ostukraine und in Kiew. Sie sprechen mit regionalen Machthabern, Separatistenführern, selbsternannten Freiheitskämpfern, aber auch mit Eltern, die um ihre Söhne bangen. Sie befragen Akteure und Strategen in Ost und West, vom Kreml über Berlin bis Washington.
Die Dokumentation zeigt, die gegenseitigen Schuldzuweisungen haben eine Vorgeschichte.
Schon vor der Ukraine-Krise hat die NATO eine massive Aufrüstung beschlossen, vor allem auf Drängen der baltischen Länder und der USA. Mit dem Kreml vereinbarte Rüstungskontrollen wurden selbst nach Auffassung deutscher Sicherheitspolitiker systematisch unterlaufen, umgangen oder gar nicht erst umgesetzt. (….)
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Zum Thema siehe auch:

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Ergänzung 22.03.15:

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Welt Online 22.03.15 Wirtschaft

 

Westliche Kredite

UKRAINE BEKOMMT MILLIARDEN – UND LIEFERT NICHTS

Die Ukraine fordert vom Westen mehr Geld und bekommt es auch. Im Gegenzug verweigert Kiew Reformen – und kündigt schon mal an, dass die Schulden wahrscheinlich nicht beglichen werden können.

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