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Nach der Flüchtlingseuphorie:

(Selbst) In der Wirtschaft kippt die Stimmung

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HBF-Lese-Tips, Tübingen 30.10.15


DIE ZEIT 29. OKTOBER 2015

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DIE BOSSE GEHEN AUF DISTANZ

Angela Merkels Flüchtlingspolitik hatte lange die Unterstützung der Wirtschaft. Jetzt wird Kritik laut

Von Kolja Rudzio und Mark Schieritz

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(…) Noch im September schwärmte Daimler-Chef Dieter Zetsche vom »nächsten deutschen Wirtschaftswunder«, das die Neuankömmlinge anstoßen könnten (….)

Während die Vorstände der Großkonzerne der Kanzlerin noch die Treue halten, nimmt vor allem im Mittelstand die Angst vor einer Überforderung des Landes zu. (….)

Ein anderer Verbandsvertreter fürchtet sogar, dass die Flüchtlingskrise zu einem »Investitionsrisiko« für Deutschland werden könne — denn wer würde Geld in ein Land stecken, wenn dort die gesellschaftlichen Spannungen zunähmen. (…)

Allerdings wachsen die Zweifel, dass diejenigen, die jetzt kommen, diese Jobs übernehmen können. Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte ungelernt ist (…)

Auch eine Ausbildung garantiert noch keinen Job: (…)

Die Unterstützung der Wirtschaftsvertreter war für die Regierung wichtig (…) Sie konnte argumentieren, dass Deutschland nicht nur den Flüchtlingen hilft, sondern auch sich selbst. Je mehr Menschen nach Deutschland kommen, desto fraglicher ist, ob dieser Zusammenhang noch gilt. Gut möglich also, dass in diesen Tagen offenbar wird, was helfen wirklich bedeutet: für andere verzichten.

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Schwäbisches Tagblatt 28.10.2015

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ZWEI GRÜNE STREITEN ÜBER DAS ASYLRECHT

Chris Kühn und BORIS PALMER zu Flüchtlings-Obergrenzen, Sicherung der EU-Grenzen und Herausforderungen für die Gesellschaft

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Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer fordert Obergrenzen bei den Flüchtlingszahlen und glaubt, „wir schaffen das nicht“. Damit ist er sich mit den Grünen nicht einig. Wir luden deshalb Palmer und den Tübinger Bundestagsabgeordneten der Grünen Chris Kühn zum Streitgespräch in die TAGBLATT-Redaktion.

Redaktion: Sabine Lohr, Volker Rekittke

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Palmer: (….) Die Kanzlerin sagt: Nach drei Monaten muss die Integration beginnen und das Ziel ist, alle vollständig gesellschaftlich zu integrieren. Und da sage ich: Das gelingt nur bei einer Zahl in der Gegend, die der Vizekanzler benannt hat. (…) Es wird nicht gelingen, mehr als eine Million Menschen zuerst in die Sprache, dann in Kitas und Schulen, dann in Arbeits- und Wohnungsmarkt zu integrieren, ohne dass das drastische Auswirkungen auf das untere Fünftel unserer Gesellschaft hat. Das ist so viel sozialer Sprengstoff, dass man das mit den Menschen jetzt besprechen muss.

 

 

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