Schrumpf-ALTERUNG ALS KONJUNKTURBREMSE:
Der Presse dämmert`s allmählich – und träumt doch nur von kurzsichtiger Lösung
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HBF-Aktuell, Tübingen 20. Oktober 2014, erstellt 17:20 Uhr
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Beim Kampf gegen den drohenden Konjunkturabsturz ruhen alle Hoffnung auf der Erhöhung der Investitionen (HPL). Nur vereinzelt dämmert politischen Beobachtern die Erkenntnis, daß dies nicht nur ein finanztechnisches Problem ist (HPL – vgl. dazu auch HBF 2014). Ihr Ausweg aus dem Dilemma ist allerdings von der zeitgeisttypischen Kurzsichtigkeit geprägt (HPL).
 

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HBF-VOLLTEXT

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Beim Kampf gegen den drohenden Konjunkturabsturz ruhen alle Hoffnung auf der Erhöhung der Investitionen (HBF-Premium)…

Nur vereinzelt dämmert politischen Beobachtern die Erkenntnis, daß dies nicht nur ein finanztechnisches Problem ist:

Zunächst das Negative: Kaum ein Land auf der Welt altert so schnell wie die Bundesrepublik. In den 2020er Jahren – also bereits im nächsten Jahrzehnt – wird sich die Alterszusammensetzung der Bevölkerung radikal verschieben. Die demographische Wende, die bislang schleichend und kaum spürbar abläuft, droht dann zur demographischen Krise zu werden.
Die Zahlen sind erschreckend: Heute müssen 100 Deutsche im arbeitsfähigen Alter 50 Alte und Kinder vorsorgen. Bis 2030 wird sich dieses Verhältnis auf 100 zu 70 verschlechtern, wie die Bevölkerungsvorhersage der Vereinten Nationen zeigt. Eine dramatische Veränderung binnen anderthalb Jahrzehnten. Nur Japans demographische Zukunft stellt sich noch düsterer dar.
Diese Prognosen sollten uns aufschrecken. Denn bereits heute schmälern sie unseren Wohlstand. (…)
Die Unternehmen investieren zu wenig in Deutschland, seit Jahren schon. Warum? Sicher, Energie ist absurd teuer. Die Euro-Krise ersteht gerade wieder auf wie ein Zombie aus der feuchten Erde. Noch abschreckender aber sind die trüben demographischen Perspektiven. Anders lässt sich kaum erklären, warum hierzulande die Produktion nicht stärker ausgeweitet wird – obwohl die Bundesrepublik doch so gnadenlos wettbewerbsfähig ist, wie unsere hohen Exportüberschüsse und diverse Standortrankings belegen.
DEMOGRAPHIE KONTRA ÖKONOMIE: Wer unternehmerisch investiert, der tut das mit langem Zeithorizont – die Zukunftsaussichten für die nächsten Jahrzehnte sind wichtiger als die Gegenwart. Und eine alternde Gesellschaft ist nun mal kein attraktives Umfeld, weder als Absatzmarkt noch als Produktionsstandort. Unternehmer binden sich nur ungern an das Schicksal einer notorischen Schrumpfnation.
Daran werden all die Maßnahmen nichts ändern, die derzeit gegen den Konjunkturabschwung in der Diskussion sind: schuldenfinanzierte staatliche Ausgabenprogramme, schrankenloses Gelddrucken durch die EZB, Steuererleichterung. Das größte Investitionshindernis bleibt.
(aus: Streit um Konjunktur: Investieren wir in Einwanderung! Ein Debattenbeitrag Henrik Müller. SPIEGEL Online 19. Oktober 2014, 08:15 Uhr)

Der Ausweg aus dem Dilemma ist allerdings nicht nur beim SPIEGEL von der zeitgeisttypischen Kurzsichtigkeit geprägt:

Streit um Konjunktur:
Investieren wir in EINWANDERUNG!
Die Bundesregierung sorgt sich wegen der schwachen Konjunktur und streitet über die richtigen Maßnahmen. Dabei liegt das beste Wachstumsprogramm so nahe: Die aktuelle Einwanderungswelle bietet eine Jahrhundertchance.

Ein Debattenbeitrag Henrik Müller.

Doch nun das Positive: Gerade jetzt hätte Deutschland die Chance, seine demographischen Aussichten entscheidend zu verbessern. Denn viele Menschen kommen nach Deutschland1,2 Millionen waren es im vorigen Jahr. Und noch mehr würden gern kommen, um hier zu leben und zu arbeiten, Familien zu gründen, Kinder großzuziehen.

Wir dürfen uns nichts vormachen: Es ist nicht so, dass Deutschland so viele Immigranten anzieht, weil sie hier so großartige Entfaltungsmöglichkeiten vorfinden. Sie kommen, weil die Lebensbedingungen in ihren Heimatländern so miserabel sind. Es ist die Not, die sie treibt – nicht unsere Attraktivität.
Viele von ihnen werden nur auf Dauer bleiben, wenn wir sie dazu einladen. Sie werden sich nur integrieren in Gesellschaft und Arbeitsmarkt, wenn wir ihnen rasch eine Perspektive eröffnen. Wenn sie von Anfang an die Sprache lernen und unsere Sitten und Kultur kennenlernen. Wir müssen direkt und aktiv auf sie zugehen.
Ein großangelegtes Integrationsprogramm wäre in unserem eigenen Interesse. Dafür lohnt es sich tatsächlich, viel Geld auszugeben. Es wäre das beste Konjunkturprogramm, weil die Bundesrepublik dadurch langfristig ihre ökonomischen Aussichten verbessern könnte. Dass hingegen große Infrastrukturprojekte in einer schrumpfenden Gesellschaft wenig bringen, hat das vergreisende Japan in den vergangenen Jahrzehnten eindrucksvoll bewiesen.  (…)
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Diese Erwartung ist von einem erstaunlichen Optimismus geprägt. Seit mehr als drei Jahrzehnten warnen Experten vor den dramatischen Folgen der Schrumpf-Alterung und forderten deshalb grundlegende Weichenstellungen für eine konsequente Nachwuchspolitik – jedoch ohne Erfolg. Abstriche der Bevölkerung beim gegenwärtigen Konsum und den erworbenen Besitzständen, um finanziellen und kulturellen Raum für neue Menschen schaffen, lassen bis heute auf sich warten. Ob das bei der erhofften Einwanderungswelle anders sein sollte?

Hinzu kommt ein weiterer Faktor….HBF-Premium ….

 

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