Ukraine-Krise+Erster_Weltkrieg_030314


Der internationale Kampf um die Ukraine und die Lehren aus der

Entstehung des I. Weltkrieges

Politologe Herfried Münkler im SR2-Interview

HBF-Hör-TIP Tübingen 03. März 2014, erstellt 10:40 Uhr, Standn 11:48 Uhr

Der Interessenkonflikt in und um die Ukraine verschärft sich. Bei der Frage, wie Politik, Medien und Öffentlichkeit sich in dieser Situation vernünftigerweise verhalten sollten, kann der Blick in die Vergangenheit hilfreich sein. In seiner umfassenden und viel beachteten Gesamtdarstellung zur Entstehung und den (weitreichenden) Folgen des I. Weltkrieges liefert der Berliner Politologe Prof. Herfried Münkler eine Analyse, die beunruhigende Parallelen zur aktuellen Weltlage erkennen lassen. Im Interview mit dem Saarländischen Rundfunk (SR2) erläuterte er dies gestern ausführlich. Deshalb unser Hinweis zur empfehlenswerten Sendung und auf den Audio-Mitschnitt.

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Siehe dazu auch:

 

DeutschlandRadio Kultur, Interview / Beitrag vom 03.03.2014

Krim-Krise

„Neuen kalten Krieg kann sich Russland nicht leisten“

Ex-Kanzlerberater wirft dem Westen schwere Versäumnisse im Umgang mit Russland vor

HORST TELTSCHIK im Gespräch mit Jörg Degenhardt

 

Soldaten der Ukraine haben Stellung bezogen in Balaklava auf der Krim. (picture alliance / dpa / Pavlishak Alexei)

Derzeit rächten sich die Fehler der Vergangenheit, so Horst Teltschik, ehemaliger Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Der Westen sei auf viele Vorschläge Putins wie eine gesamteuropäische Freihandelszone nicht eingegangen.

 (…)

 

Russland einbinden statt abwehren

(…)

Teltschik: Ja, ich meine, es rächen sich natürlich Fehler in der Vergangenheit. Der Westen ist auf viele Vorschläge Putins und Russlands nicht eingegangen. Putin war ja erst in Brüssel vor Kurzem und er hat beispielsweise dort gesagt … Es liegt ja der Vorschlag auf dem Tisch, der übrigens mal von Prodi gemacht worden ist, dem früheren EU-Kommissionspräsidenten, eine gesamteuropäische Freihandelszone zu schaffen. Die Antwort der Europäer ist nichtssagend auf diesen Vorschlag. Man hätte von Anfang an überlegen müssen: Wie bindet man oder bezieht man Russland in Europa ein? Wenn man aber Russland ständig abwehrt und seine Interessen nicht wahrnehmen will, dann darf man sich nicht wundern, wenn Russland seine eigenen Interessen, die nicht immer mit uns kongruent sind, wie wir jetzt erleben, verfolgt. (…)

 

Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

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