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(Rituelle) Kritik zum Weltfrauentag und

(bekannt) hohes Armutsrisiko von Alleinerziehenden:

Zuwendungsarbeit zum Billig-Tarif blockiert gesellschaftlichen Fortschritt!

HBF-AKTUELL Tübingen 10. März 2014, erstellt 15:25 Uhr, Stand 11.03.14, 08:40 Uhr

Der Weltfrauentag war am Wochenende wieder Anlaß, die wirtschaftliche Diskriminierung von Frauen (und Müttern) gegenüber Männern zu beklagen. Trotz ihrer kräftig gestiegener Erwerbsbeteiligung (HPL) hat sich etwa am geschlechtsspezifischen Lohnabstand nichts geändert (HPL). Selbst in den europäischen „Vorzeigestaaten“ gibt es weiterhin große Differenzen zwischen den Geschlechtern, die kaum schwinden (HPL). Das ist mit Blick auf die von Frauen dominierten Tätigkeitsfelder und deren finanzielle Anerkennung (HPL) nicht verwunderlich. Ähnliches gilt für die heute von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichte Studie zum bekannt hohen Armutsrisiko von Alleinerziehenden (HPL) und den dafür veranwortlichen Faktoren (HPL).

Kern des Problems ist in beiden Fällen der gesellschaftliche Stellenwert der Zuwendungsarbeit inner- und außerhalb der Familien (HPL). Ihre konsequente finanzielle Aufwertung und der damit tatsächlich erzielbare, gleichstellungspolitische Fortschritt ist ohne eine massive Umverteilung (HPL) jedoch nicht möglich. Kein Wunder, wenn das klare politische Bekenntnis dazu weiterhin auf sich warten läßt.

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HBF-Volltext-Version

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Der Weltfrauentag war am Wochenende wieder Anlaß, die wirtschaftliche Diskriminierung von Frauen (und Müttern) gegenüber Männern zu beklagen. Trotz ihrer kräftig gestiegener Erwerbsbeteiligung….:

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Statistisches Bundesamt  07.03.2014

Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland deutlich über EU-Durchschnitt

WIESBADEN – Im Vergleich zu den anderen Staaten der Europäischen Union (EU) sind Frauen in Deutschland überdurchschnittlich häufig erwerbstätig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März mitteilt, waren im Jahr 2012 in Deutschland 17,7 Millionen Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren erwerbstätig. Das entsprach 71,5 % dieser Altersgruppe. Noch höher waren die Erwerbstätigenquoten nur in den Niederlanden (71,9 %), Dänemark (72,2 %), Finnland (72,5 %) und vor allem Schweden (76,8 %). Der EU-Durchschnitt lag bei 62,3 %.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. 2002 lag die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland noch bei 61,8 %.

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siehe dazu auch:

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…hat sich etwa am geschlechtsspezifischen Lohnabstand nichts geändert. Selbst in den europäischen „Vorzeigestaaten“ gibt es weiterhin große Differenzen zwischen den Geschlechtern, die kaum schwinden:

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Weltfr1

 

DK: Dänermark, DE: Deutschland, FR: Frankreich, NL: Niederlande, FI: Finnland, SE: Schweden (HBF-Ergänzung)

 

Der rückläufige Trend des Lohngefälles erklärt sich durch verschiedene Faktoren, zum Beispiel den steigenden Frauenanteil in hochqualifizierten Berufen. Aber auch die Tatsache, dass männlich-dominierte Industriezweige wie Bau und Ingenieurwesen, stärker von der Krise getroffen wurden, spielt eine Rolle. Die Veränderung resultiert daher generell nicht aus verbesserten Lohn- und Arbeitsbedingungen für Frauen.

(aus: Europäischer Tag der Lohngleichheit: geschlechtsspezifisches Lohngefälle in der EU stagniert bei 16,4 %. EU-Kommission 28/02/2014)

Das ist mit Blick auf die von Frauen dominierten Tätigkeitsfelder und deren finanzielle Anerkennung nicht verwunderlich:

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Frauen-, Misch- und Männerberufe

 

Ein besonderes Augenmerk richten die Autorinnen in ihrer Studie darauf, ob es bei der Lohnlücke eine Rolle spielt, dass es typisch weibliche Berufe gibt, die besonders schlecht entlohnt werden. Während bei den Nicht-Führungskräften die starke Präsenz von Frauen in frauentypischen, schlechter bezahlten Berufen Auswirkungen auf die geschlechtsspezifische Gehaltslücke hat, hat diese Erklärung bei den Führungskräften keine Signifikanz, haben Holst und Busch herausgefunden.

Die Frauen unter den „normalen“ Angestellten konzentrieren sich in den typischen Frauenberufen wie Altenpflegerin, Krankenschwester oder Sprechstundenhilfe. 60 Prozent von ihnen arbeiten in solchen Professionen. Knapp 30 Prozent sind in sogenannten „Mischberufen“ wie Versicherungskauffrau oder Industriekauffrau tätig.

Und noch nicht einmal jede Zehnte arbeitet in einem typischen Männerberuf, also etwa als Elektrikerin oder Kraftfahrerin. Die berufliche Geschlechterzusammensetzung beeinflusst die Lohnlücke in diesem Bereich mit rund fünf Prozent, haben die Wissenschaftlerinnen ausgerechnet.

(aus: DIW-Studie: Weibliche Führungskräfte sind schlechter bezahlt Welt Online 24.09.13)

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Die Welt 08.03.14

1800 EURO FÜR EINEN HARTEN JOB

 Viele der 9000 Pflegekräfte in Hamburger Seniorenheimen können von ihrem Lohn kaum leben. 300 Stellen sind unbesetzt. Angesichts der schlechten Bedingungen fehlt der Nachwuchs

Von Melanie Wassink

Morgens um sieben ist die Welt für Katrin Meyer alles andere als in Ordnung. Sie ist eine der rund 9000 Pflegekräfte in den Hamburger Altenheimen. (…)

Beide erleben täglich, wie schwierig die Lage in den Heimen heute ist: zu wenig Nachwuchs, oft zu wenig Personal wegen vieler Krankheitsfälle durch Stress am Arbeitsplatz, schlechte Löhne. „Dabei ist Pflegen & Wohnen noch ein positives Beispiel in der Branche“, sagt Norbert Proske von Ver.di über den größten privaten Anbieter von stationärer Pflege in der Hansestadt.

Denn an den 13 Standorten von Pflegen & Wohnen geht es vergleichsweise human für die Mitarbeiter zu: Ihr Tarifvertrag garantiert erfahrenen, examinierten Pflegekräften einen Monatslohn von gut 3000 Euro brutto. In Dutzenden anderen Heimen in der Hansestadt ist der Organisationsgrad und das Selbstbewusstsein der Beschäftigten dagegen so gering, dass Pflegehelfer hier mit 1800 Euro im Monat abgespeist werden. (…)

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sueddeutsche.de  2. Juli 2013 11:06

Personalmangel in der Kinderbetreuung

 Städte buhlen um Erzieherinnen

 Von August an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz – doch vielen Kommunen fehlt das Personal, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Einem Medienbericht zufolge werben sich die Städte ihre Erzieher und Erzieherinnen gegenseitig ab. Mit mehr Geld.

Einen Monat vor Inkrafttreten eines Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz werben einem Bericht zufolge immer mehr Städte mit höheren Gehältern um die dringend benötigten Erzieher. Wie die Bild-Zeitung berichtet, buhlen die Städte auch mit Zulagen wie Fahrtzuschüssen und Dienstwohnungen um das Personal. Das Einstiegsgehalt von Erziehern und Erzieherinnen in Deutschland im öffentlichen Dienst liegt bei knapp 2200 Euro brutto im Monat.(…)

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Ähnliches gilt für die heute von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichte Studie zum bekannt hohen Armutsrisiko von Alleinerziehenden und den dafür veranwortlichen Faktoren:

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Bertelsmann Stiftung Pressemeldung 10.03.2014

Kinder Alleinerziehender leben fünf Mal häufiger von Hartz IV als Kinder in Paarfamilien

39 Prozent der Alleinerziehenden beziehen staatliche Grundsicherung / Jedes zweite Kind im Hartz IV-Bezug wächst in Ein-Eltern-Familie auf / Studie: Politik unterstützt Alleinerziehende zu wenig

Obwohl in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden, wächst eine Familienform seit Jahrzehnten beständig: die Ein-Eltern-Familie. 1,6 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern gibt es derzeit, ein Viertel mehr als 1996. Das ist mittlerweile jede fünfte Familie. Die Politik berücksichtigt ihre Lebenssituation mit der besonderen Belastung durch Beruf, Erziehung und Haushalt jedoch zu wenig: Sowohl im Unterhaltsrecht als auch im Steuer- und Sozialrecht haben Reformen der vergangenen zehn Jahre den finanziellen Druck auf Alleinerziehende verschärft. Das belegt eine neue Studie der Juraprofessorin Annne Lenze von der Hochschule Darmstadt im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. (…)

Problematisch ist die finanzielle Lage von Kindern in Ein-Eltern-Familien insbesondere aufgrund der Regelungen im UNTERHALTSRECHT. Hinzu kommt, dass bei Unterhaltszahlungen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen. Alleinerziehende werden zudem steuerlich benachteiligt.

Seit der Unterhaltsrechtsreform im Jahr 2008 können Alleinerziehende von ihrem Ex-Partner kein Geld mehr für ihre Erziehungsarbeit erwarten, sobald ihr Kind älter als drei Jahre und eine Betreuungsmöglichkeit verfügbar ist. (…)

Neben dem Unterhaltsrecht erhöht das STEUERRECHT den finanziellen Druck besonders auf Ein-Eltern-Familien mit niedrigem Einkommen. 2003 wurde der höhere Haushaltsfreibetrag für Alleinerziehende abgeschafft. Der seit 2004 geltende, deutlich niedrigere Entlastungsbetrag führt dazu, dass Alleinerziehende fast so besteuert werden wie Singles. Eine gering verdienende Alleinerziehende hat lediglich eine Steuerersparnis in Höhe von 15 Euro pro Monat, unabhängig davon, wie viele Kinder sie versorgt. (…)

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siehe dazu auch:

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Kern des Problems ist in beiden Fällen der gesellschaftliche Stellenwert der Zuwendungsarbeit inner- und außerhalb der Familien:

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Die Autorinnen bringen die Tatsache, dass in Berufen, in denen vor allem Frauen arbeiten, niedrige Löhne gezahlt werden, auch mit einer gesellschaftlichen Abwertung dieser Professionen in Verbindung. Das weit verbreitete Argument, dass Frauenberufe, die oftmals Dienstleistungsberufe seien, nun einmal weniger „produktiv“ seien und deshalb schlechter bezahlt würden, sei zu kurz gedacht, sagt Busch. Erzieherinnen etwa hätten eine Schlüsselrolle bei der frühkindlichen Bildung, die sich auch darauf auswirke, wie viel jemand später zum Bruttosozialprodukt des Landes beiträgt.

„Die Ergebnisse der Studie unterstützten die Annahme, dass insbesondere in geringen hierarchischen Positionen gesellschaftliche Normen zur Erklärung der für Frauen und Männer unterschiedlichen Verdienstchancen auf dem Arbeitsmarkt beitragen“, schreiben Holst und Busch. Die aus der traditionellen Aufgabenteilung im Haushalt resultierenden unterschiedlichen Zuschreibungen von Fähigkeiten und Eigenschaften von Frauen und Männern spielten hierbei eine zentrale Rolle.

(aus: DIW-Studie: Weibliche Führungskräfte sind schlechter bezahlt Welt Online 24.09.13)

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siehe dazu:

    DIW: Geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede bei Führungskräften und sonstigen Angestellten. career-women.org 04.09.2013

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Destatis, 19. März 2013

Frauenverdienste – Männerverdienste:

WIE GROSS IST DER ABSTAND WIRKLICH?

Seit über 15 Jahren liegt der Verdienstabstand zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern in Deutschland auf einem konstant hohen Niveau von über 20 %. Auch im Jahr 2012 erzielten Frauen mit 15,21 Euro einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst, der um 22 % unter dem der Männer lag. Die verdienten nämlich durchschnittlich 19,60 Euro. Doch was sind die Gründe dafür, dass Frauen unverändert weniger verdienen als Männer?

(…)

Verdienstunterschied als Resultat von Erwerbsunterbrechungen

Der wohl wichtigste Aspekt bei der Frage nach den verbleibenden Ursachen der unterschiedlichen Verdienste von Frauen und Männern sind familienbedingte Erwerbsunterbrechungen, die für viele Frauen einen Karriereknick bedeuten könnten.

So steigt zu Beginn des Erwerbslebens mit zunehmendem Alter der Verdienst von Frauen und Männern in gleicher Weise an. Ab einem Alter von knapp unter 30 Jahren, dem Durchschnittsalter von Müttern bei der Geburt des ersten Kindes, unterscheiden sich die Verläufe jedoch zunehmend. Bei Männern setzt sich die Verdienststeigerung nahezu stetig fort, der Verdienst von Frauen hingegen stagniert.

Gleichzeitig mit der Zunahme des Verdienstabstands erhöht sich im für die Familiengründung typischen Alter auch der Anteil der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, um bis zu 13 Prozentpunkte. Die geringere Anwesenheit am Arbeitsplatz bedeutet nicht nur niedrigere Stundenverdienste, sondern häufig auch schlechtere Aufstiegschancen. (….)

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Die konsequente finanzielle Aufwertung der Zuwendungsarbeit in den Familien und bei den aus den Privathaushalten ausgelagerten, professionalisierten Tätigkeiten wäre daher ein gleichstellungspolitischer Fortschritt. Aber schon die bloße Fortschreibung der heutigen Entlohnungsverhältnisse ist politisch umstritten:

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taz 23.11.2013

FÜRSORGE

Der Sachverständige

 Ohne JÜRGEN GOHDE geht in der Pflegepolitik kaum etwas. Seit 40 Jahren kämpft der Theologe dafür, dass man in Deutschland in Würde altern kann. Jetzt wartet er auf einen Anruf aus der Großen Koalition – mal wieder

von Heike Haarhoff

(….) Aber es geht eben auch darum, dass in der Pflege die Weichen jetzt ganz neu gestellt werden könnten. Es ginge darum, die Bedürfnisse alternder Menschen ernst zu nehmen und nicht nur nach einem pauschalen Punktesystem zu katalogisieren.

Wenn es nach Jürgen Gohde ginge, würde man sehen, welche Pflege jeder Einzelne wirklich braucht, körperlich oder geistig, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Es wäre ein Paradigmenwechsel. Solche Wenden kosten Geld.

Politisch drückt sich das in Prozentpunkten aus. Zum Beispiel in den Koalitionsverhandlungen: Die Sozialdemokraten gingen mit der Forderung in die Verhandlungen, den Beitrag für die Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte zu erhöhen, das wären etwa 5 Milliarden Euro jährlich mehr in den Kassen.

Im Grunde ist alles wie immer in der Gesundheitspolitik. Es geht ums Geld. Wo kommt es her? Wo soll es hin?

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SPIEGEL Online 18. Dezember 2013, 18:04 Uhr

Hohe Zuzahlungen

DEUTSCHE MÜSSEN IMMER MEHR FÜR IHRE PFLEGE AUSGEBEN

Die Pflege wird für die Betroffenen immer teurer, zeigt ein Report der Barmer GEK. Wer auf starke Hilfe und einen Heimplatz angewiesen ist, muss im Monat mehr als 1800 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Fast jeder dritte Heimbewohner kann sich die hohen Kosten nicht leisten.

(….)

Experten fordern Pflegereform

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Gestiegen ist auch der Eigenanteil am Pflegesatz, also den Ausgaben ohne die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen wie Umbauten. „Da müsste eigentlich eine Null stehen“, sagte Rothgang. Die Leistungen der Pflegeversicherung hätten allerdings nur bei ihrer Einführung 1995 teilweise ausgereicht, diese Pflegesätze zu deckeln.

Rothgang forderte daher die Versicherungsleistungen jährlich anzupassen, um den Wertverlust zu verhindern. Den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD bewertete er in diesem Punkt als nicht ausreichend.

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Von einer echten Aufwertung der Zuwendungsabeit ist unsere Gesellschaft noch weit entfernt, wie Experten selbst im politisch hoch gehandelten Bereich der „frühkindlichen Bildung“ frustriert feststellen müssen:

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Erziehung und Wissenschaft (Zeitschrift der GEW) März 2014

GASTKOMMENTAR

Unterbewerteter Beruf

Thomas Rauschenbach, Direktor Deutsches Jugendinstitut

Es ist schon erstaunlich. Da wird seit mehr als zehn Jahren von allen Seiten auf die Bedeutung der ersten Lebensjahre eines Kindes hingewiesen, da wird „Bildung von Anfang an“ gefordert, da werden ökonomische Berechnungen vorgefegt, die hohe Renditen für Investitionen in die Entwicklung in den ersten Lebensjahren versprechen, da wird auf allen Ebenen das hohe Lied auf die frühen Jahre und die Erzieherinnen gesungen – aber ändern soll sich nichts. (…)

Gut, eine leicht modernisierte Fachschulausbildung und etwas mehr Fortbildung darf es schon sein. Aber mehr bitte nicht. Zwar entwickeln auch die Arbeitgeber, sobald die Mikrofone abgeschaltet sind, einiges Verständnis für die Notwendigkeit einer Jahrhundertreform mit Blick auf die Fachkräfte für den ersten öffentlichen Bildungen im Leben der Kinder. Doch in offiziellen Verlautbarungen hört sich das deutlich anders an. Zugespitzt: Kein Arbeitsfeld des Bildungswesens wurde in diesem Jahrhundert mit so hohen Erwartungen konfrontiert, mit so vielen neuen Anforderungen überschüttet wie das der Kindertageseinrichtungen. Migrationsförderung, Sprachförderung, Bildungs- und Lerngeschichten sowie neuerdings Inklusion sind nur einige Stichworte. Dennoch lautet der fast schon perfide Subtext: An der Höhenlage der Ausbildung und an der Bezahlung soll sich aber nichts ändern. (…)

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Ohne eine massive Umverteilung ist die leistungsgerechte Honorierung der Zuwendungsarbeit inner- und außerhalb der Familien deshalb nicht zu machen. Eine Umverteilung von Einkommen durch höhere Steuern oder Sozialabgaben für die am Arbeitsmarkt finanziell Erfolgreichen (Männer, Frauen und Kinderlose) in unserer Gesellschaft. Kein Wunder, wenn das klare politische Bekenntnis dazu weiterhin auf sich warten läßt.

 

Zum Thema siehe auch:

 

 

 

Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

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