Konjunktur-Ab_und_Demographie_151014pl

Konjunkturängste:
Experten sehen Bremsspuren der Demographie
– Auswege immer schwieriger
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HBF-Aktuell, Tübingen 15. Oktober 2014, erstellt 14:30 Uhr, Stand 15:20 Uhr
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Die konjunkturelle Abkühlung entfacht den politischen Streit darüber, wie neue Investitionen mobilisiert werden können, um der lahmenden Wirtschaft wieder Auftrieb zu geben (HPL). Ein Expertengutachten hat allerdings gerade erst auf die demographische Komponente dieser Abwärtsentwicklung hingewiesen (HPL), die die Rückkehr auf den alten Wachstumspfad vor grundsätzliche Probleme stellt (HPL).
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HBF-Volltext
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Die konjunkturelle Abkühlung entfacht den politischen Streit darüber, wie neue Investitionen mobilisiert werden können, um der lahmenden Wirtschaft neuen Auftrieb zu geben:
F.A.Z., Mittwoch den 15.10.2014 Wirtschaft 17
Gabriels Glas ist halbvoll
Von Rezessionsangst will der Wirtschaftsminister nichts wissen. Die schwarze Null im Etat verteidigt er gegen SPD-Parteifreunde. Die Wirtschaft hat er an seiner Seite, die Analysten schon nicht mehr.
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F.A.Z., Mittwoch den 15.10.2014 Politik 2
Streit über „Schwarze Null“
Union lehnt neue Schulden ab / SPD-Linke: Kein Dogma
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Frankfurter Rundschau, Mittwoch den 15.10.2014 Politik 2 – 3
Aufstand bei der „CDU 2017“
Gruppe um Jens Spahn verlangt von Merkel eine Agenda 2020
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EU-Konjunktur
"Müssen die Nachfrage stimulieren"
Gustav Horn im Gespräch mit Thielko Grieß
Finanzmarktkrise sei übergangslos in eine Krise des Euro-Raums übergegangen, sagte der Ökonom Gustav Horn. (deutschlandradio.de / Daniela Kurz)
 
Europa brauche mehr Investitionen – einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, sei derzeit nicht sinnvoll, sagte der Ökonom Gustav Horn von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung im DLF. Die Bundesregierung setzt aus seiner Sicht falsche Prioritäten. (….)
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Leitartikel ·
Weltwirtschaft
Investieren, aber richtig
 
Investitionen, Investitionen, Investitionen – so schallte es in den vergangenen Tagen in Washington von allen Seiten. Bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank, dem Treffen der Finanzminister und Notenbank-Präsidenten der 20 reichsten Industriestaaten, wurden Investitionen von allen Beteiligten zum Zaubermittel erhoben, mit dem die Wirtschaftsschwäche in Europa, die Krise in den südlichen Eurostaaten und auch die Armut in den Entwicklungsländern erfolgreich bekämpft werden können. (…)

In ihrer Herbstprognose haben die tonangebenden Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes allerdings Ende letzter Woche auf die demographische Komponente dieser Abwärtsentwicklung hingewiesen (vgl. dazu auch HBF 10.10.14):

Ins Auge fällt, dass die Investitionstätigkeit in Deutschland gering ist.  Dies ist insbesondere im Zusammenhang mit dem hohen und tendenziell steigenden Überschuss in der Leistungsbilanz besorgniserregend. Mit anderen Worten: Es wird ein erheblicher und wachsender Teil der inländischen Ersparnisse im Ausland angelegt. Dies spricht dafür, dass Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland ungünstig sind.
(….) Daneben sprechen demografische Gründe dafür, dass es vorteilhaft sein kann, Kapital im Ausland statt in Deutschland anzulegen. Zwar hat die Politik kaum Möglichkeiten, demografische Tendenzen zu beeinflussen. Das Wachstum kann sie gleichwohl stärken.

Das stellt die Rückkehr auf den alten Wachstumspfad vor grundsätzliche Probleme. Angesichts der Schrumpf-Alterung in Deutschland suchen viele Unternehmen einerseits ihr Heil im Export. Doch die Rahmenbedingungen dafür haben sich angesichts der internationalen Krisenakkumulation (vgl. HBF 10.10.14) offenkundig nicht nur vorübergehend deutlich verschlechtert:

Wesentlich für die schwächere Einschätzung von Konjunktur und Wachstum ist jedoch, dass die für viele ökonomische Entscheidungen wichtigen Erwartungen über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung herabgestuft worden sind.
Dies gilt zum einen bezüglich des internationalen Umfelds. Die Erholung im Euroraum verläuft weitaus schleppender als noch im Frühjahr prognostiziert. Die Geldpolitik kann der Konjunktur kaum noch Impulse geben, der Finanzpolitik stehen in vielen Ländern aufgrund hoher Staatsschulden keine ausreichenden budgetären Spielräume mehr zur Verfügung, und dringend erforderliche Strukturreformen kommen in wichtigen Ländern nicht voran. Zudem hat sich wegen des russisch-ukrainischen Konflikts das Investitionsklima vielerorts merklich eingetrübt. Aber auch die gesamtwirtschaftliche Expansion in den Schwellenländern verläuft inzwischen schleppender, und die mittelfristigen Aussichten stellen sich weniger günstig dar. So hat der Internationale Währungsfonds seine Prognose der mittelfristigen wirtschaftlichen Entwicklung in diesen Ländern in seiner aktuellen Prognose ein weiteres Mal herabgesetzt, nun schon zum fünften Mal in Folge seit dem Frühjahr 2011.  Dies alles reduziert die Exporterwartungen der deutschen Wirtschaft.

Der demographisch bedingte Nachfragerückgang veranlaßt zugleich immer mehr Unternehmen, ihre Produktion aus Deutschland heraus direkt in die von ihnen ausgemachten Wachstumsmärkte zu verlegen:

DEUTSCHE FIRMEN INVESTIEREN IMMER WENIGER ZU HAUSE
Neue Zahlen zeigen: Großunternehmen investieren netto so gut wie gar nicht mehr in Deutschland. Aber auch mittlere und kleine Firmen schmelzen ihre Investitionen ab – mit fatalen Folgen.
Von Martin Greive

Auch beim internationalen Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit von Standorten schlägt die absehbare demographische Entwicklung immer negativer zu Buche:

Platz fünf im weltweiten Vergleich
DEUTSCHLAND FÄLLT BEI WETTBEWERBSFÄHIGKEIT ZURÜCK
Die USA machen einen Sprung nach vorne, Deutschland rutscht ab: Das Weltwirtschaftsforum hat sein Ranking zu den wettbewerbsfähigsten Staaten veröffentlicht. Bei der Bundesrepublik gibt es vor allem Bedenken zum Arbeitsmarkt.
 
Genf – Noch vor einem Jahr hatte sich Deutschland um zwei Plätze vorgearbeitet, doch nun ist die Bundesrepublik im Ranking zur Wettbewerbsfähigkeit wieder zurückgefallen. Sie landet auf Platz fünf der Liste des Weltwirtschaftsforums (WEF). (….)
Die leichte Abstufung Deutschlands hängt dem WEF zufolge vor allem mit Sorgen um den Arbeitsmarkt zusammen. Deutschland müsse sich mehr bemühen, Ausländer und Frauen dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren, um der Alterung der Gesellschaft zu begegnen….

 

Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

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