Populaere Irrtümer zur Demografie-SWR2-Vortrag_270913p

Populäre Irrtümer zur Demographie:

Warum Deutschland seinen Kinderschwund nicht stoppt

– SWR2-Vortrag von K. Petropulos, 03. Oktober 2013

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HBF-HÖR-TIP/Aktuell Tübingen, 27. September 2013, erstellt 15:15 Uhr, Stand 18:52 Uhr, 28.09.13, 16:45 Uhr

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Ausländische Beobachter des Bundestagswahlkampfes staunten darüber, daß die Schrumpf-Alterung der Bevölkerung für die Parteien (und Medien) trotzt ihrer massiven Auswirkungen auf Gesellschaft, Sozialstaat und Wirtschaft (vgl. HBF-Themen-Archiv) nicht zu existieren scheint (HPL und HBF 23.09.13). Immerhin dämmert den Wählern/innen dennoch, wie enorm der Handlungsbedarf hier ist (HPL).

Tatsächlich ist etwa trotz der „modernisierten“ Familienpolitik aus Elterngeld und forciertem Kita-Ausbau gemäß den neuesten Zahlen der Kinderwunsch sowohl bei Kinderlosen wie bei Familien nach einem vorübergehenden Anstieg wieder im Sinken (vgl. HBF-Statistiken). Auch die heute gemeldeten aktuellen Geburtenzahlen des Statistischen Bundesamtes für das laufende Jahr (HPL) lassen bestenfalls eine anhaltende Stagnation auf dem bekannt niedrigem Niveau erwarten. Trotzdem gibt es weiterhin keinen Druck der Öffentlichkeit auf die Politik, demographisch entschieden gegenzusteuern – stattdessen beschwören Regierung und Experten unverdrossen die „Chancen des Alterns“ (vgl. z.B. HBF 2013a,b).

In einem Vortrag für den Südwestrundfunk (SWR) geht deshalb der Leiter des Heidelberger Familienbüros, Kostas Petropulos, am 3. Oktober der Frage nach den Gründen und der inhaltlichen Substanz dieser demographischen „Gelassenheit“ nach:

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Programm SWR2 WISSEN Donnerstag, 3. Oktober, 8:30-9:00 Uhr

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Aula:

Populäre Irrtümer zur Demografie

Warum Deutschland seinen Kinderschwund nicht stoppt

Von Kostas Petropulos

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Der anhaltende Nachwuchsmangel lässt die Bevölkerung immer schneller altern und in absehbarer  Zeit auch kräftig schrumpfen. Das hat Folgen für die Gesellschaft, den Sozialstaat und die Wirtschaft.  Trotzdem stößt die Forderung nach einer grundlegenden, familienorientierten Neuausrichtung des  Gemeinwesens weiterhin auf taube Ohren. Stattdessen pflegt das Land kollektiv die Hoffnung, den  sogenannten demografischen Wandel gestalten zu können. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um  populäre Irrtümer, denen die Politik, die Medien, die Bevölkerung und die tonangebenden Experten  anhängen. Welche Mythen das sind, erläutert Kostas Petropulos, Leiter des Heidelberger Büros für  Familienfragen und soziale Sicherheit.

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HBF-Service:

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  • Inhaltsübersicht zum Vortrag:

 

„Großzügige Familienförderung“

Alterssicherung als „Zukunftsvorsorge“

„Kapital statt Kinder zur Altersvorsorge“

„Mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt“

Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre und eine höhere Erwerbsquote für Ältere

Steigerung der Produktivität

Mehr Einwanderung

Fazit: Nachwuchsförderung alternativlos

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HBF-Volltext-Version

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Ausländische Beobachter des Bundestagswahlkampfes staunten darüber, daß die Schrumpf-Alterung der Bevölkerung für die Parteien (und Medien) trotzt ihrer massiven Auswirkungen auf Gesellschaft, Sozialstaat und Wirtschaft (vgl. HBF-Themen-Archiv: Alterung und Anmerkung 1) nicht zu existieren scheint:

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WDR5, Politikum, Sendung vom 23.09.2013, 19:05 bis 19:30 Uhr

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Die Deutschen glauben, es gehe ihnen gut

Ein Kommentar zur Wahl aus französischer Sicht

Henri Ménudier

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Die Bundestagswahl hat vielen Franzosen Gelegenheit gegeben, sich intensiv mit Deutschland zu beschäftigen und Vergleiche mit dem eigenen Land anzustellen. Das Nachbarland wird bewundert, aber auch kritisiert.

(…) Im sozialen Bereich waren französische Beobachter überrascht, dass die Folgen der schwachen Geburtenrate und des demographischen Wandels so wenig thematisiert wurden. Wie soll das soziale System finanziert werden, wenn der Anteil der Rentner regelmässig zunimmt? Darüberhinaus wundert man sich über das unzureichende Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren, als ob die Familienpolitik gerade von den christlichen Parteien CDU und CSU nicht ernst genommen würde. Investitionen für soziale Zwecke sind zurückgegangen. Jean-Luc Mélanchon, der Chef der französischen Linken, hat sehr polemisch gesagt: „Wer sich für das Leben interessiert, hat keine Lust Deutscher zu sein“!

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siehe dazu auch:

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Immerhin dämmert den Wählern/innen dennoch, wie enorm der Handlungsbedarf hier ist. Obwohl am Sonntag noch der Bereich Wirtschaft/Arbeitsmarkt für die Bürger wahlentscheidend war (vgl. HBF 23.09.13), steht jetzt bei den künftigen Regierungsaufgaben die Familienpolitik (Thema „Beruf und Familie“) zusammen mit dem Abbau der Staatsverschuldung klar an der Spitze der Prioritätenliste:

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Tagesschau.de,  morgenmagazin 07:00 Uhr, 27.09.2013

DeutschlandTrend im ARD-Morgenmagazin

Jeder Zweite will die Elefantenhochzeit

Angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse nach der Bundestagswahl wünscht sich jeder zweite Deutsche eine Große Koalition. Das geht aus dem DeutschlandtrendTrend im ARD-Morgenmagazin hervor, den infratest dimap erstellt hat.

Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin

Download der Videodatei

(..)

92 Prozent: Schuldenabbau wichtigste Aufgabe

Als wichtigste Aufgaben der nächsten Bundesregierung sehen die Deutschen den Schuldenabbau (92 Prozent) und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (91 Prozent). Für fast ebenso bedeutsam halten sie die Senkung der Energiepreise (88 Prozent) und die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohns (85 Prozent).(…)

Bundestagswahl 2013 / Wichtigste Themen aus Sicht der Bevölkerung im September 2013 - HBF-Daten

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HBF-Anmerkung:

Die erfragte familienpolitische Priorität der Gesamtbevölkerung für die bessere Vereinbarkeit von „Beruf (1) und Familie (2)“ deckt sich allerdings nicht mit den kürzlich berichteten, familienpolitischen Erwartungen von jungen Kinderlosen und von Familien – vgl. dazu „Monitor Familienleben 2013“, September 2013 – Bemerkenswerte Umfragedaten daraus bei HP-PLUS

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Tatsächlich ist etwa trotz der „modernisierten“ Familienpolitik aus Elterngeld und forciertem Kita-Ausbau gemäß den neuesten Zahlen der Kinderwunsch sowohl bei Kinderlosen wie bei Familien nach einem vorübergehenden Anstieg wieder im Sinken (vgl. HBF 23.09.13 und HBF-Statistiken).

Auch die heute gemeldeten aktuellen Geburtenzahlen des Statistischen Bundesamtes für das laufende Jahr lassen bestenfalls eine anhaltende Stagnation auf dem bekannt niedrigem Niveau erwarten. Nach den vorläufigen Daten sind von Januar bis Mai insgesamt 250.787 Babys geboren worden – im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 252.062. Das entspricht einem leichten Minus von 0,5%. Im Januar hatten die Statistiker allerding noch ein Plus gegenüber dem Vorjahresmonat von 2,9% ermittelt (Quelle: Geburten 2013, vorläufiges Ergebnis nach dem Wohnort. Statistisches Bundesamt, Monatsmeldungen Januar und Mai 2013).

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Trotzdem gibt es weiterhin keinen Druck der Öffentlichkeit auf die Politik, demographisch entschieden gegenzusteuern – stattdessen beschwören Regierung und Experten unverdrossen die „Chancen des Alterns“ (vgl. z.B. HBF 15.05.2013 und HBF 24.05.13).

In einem Vortrag für den Südwestrundfunk (SWR) geht deshalb der Leiter des Heidelberger Familienbüros, Kostas Petropulos, am 3. Oktober der Frage nach den Gründen und der inhaltlichen Substanz dieser demographischen „Gelassenheit“ nach:

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Technischer Hinweis:

 

Der Vortrag ist im Web-Radio (Livestream) von SWR2 mitzuhören und danach als podcast verfügbar – genauso wie das vollständige Manuskript

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Zum Thema siehe auch:

 

 

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1) Aktuelle Meldungen dazu:

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DeutschlandRadio Kultur, ORTSZEIT: INTERVIEW 27.09.2013 • 06:50 Uhr

Nach der Wahl – wie weiter bei der Pflege? (Bild: picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

„Wir müssen da mehr investieren“

PFLEGEFORSCHER fordert konzertierte Aktion für bessere Versorgung alter Menschen

Die neue Bundesregierung müsse Kommunen, Länder und Krankenversicherungen an einen Tisch bringen, um die Arbeitsbedingungen in Pflegeberufen zu verbessern, fordert der Pflegeforscher Frank Weidner. Es werde mehr Personal benötigt, aber auch eine angemessene Bezahlung.

Frank Weidner im Gespräch mit Nana Brink

 

Nana Brink: Allein diese Zahl reicht, um zu zeigen, dass wir eigentlich keine Zeit mehr verlieren dürfen: In zehn Jahren wird es in Deutschland 3,4 Millionen pflegebedürftige Menschen geben, das sind eine Million mehr als heute. Diese Zahl war auch der letzten Regierung eigentlich klar und sie hat 2009 im Koalitionsvertrag große Reformen versprochen.

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F.A.Z. 27.09.13

Assekuranz

 Versicherer müssen kreativer werden

Die niedrigen Zinsen machen den Lebensversicherungen das Leben schwer. Nun ruft die Assekuranz nach dem Staat. Doch ihr Kostenproblem muss sie selbst lösen.

Von Philipp Krohn

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und HP-PLUS

 

Abonnenten/innen des HBF-Premium-PLUS-Dienstes finden die weiterführenden Links ab 18:45 Uhr HIER

 

 

 

Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

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