Das Bundeskabinett soll demnächst den Gesetzentwurf zur Einführung einer Frauenquote in der Wirtschaft beschließen (HPL). Mehr Frauen in Führungspositionen, so die öffentlich bekundete Hoffnung, werde letztlich auch die Arbeitswelt familienfreundlicher machen. Daran bestehen allerdings erhebliche Zweifel, wenn man Müttern genauer zuhört, die schon auf den hochgehandelten Karriere-Positionen arbeiten (HPL). Tatsächlich wären dafür ganz andere Maßnahmen notwendig, wie sich in einigen Vorzeigebetrieben studieren läßt (HPL). Welche große Hürden gerade hierzulande dafür überwunden werden müßten, zeigt eine aktuelle europäische Vergleichstudie (HPL).
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HBF-VOLLTEXT
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Das Bundeskabinett soll demnächst den Gesetzentwurf zur Einführung einer Frauenquote in der Wirtschaft beschließen. Mehr Frauen in Führungspositionen, so die öffentlich bekundete Hoffnung, werde letztlich auch die Arbeitswelt familienfreundlicher machen:
Die Parlamentspause 2014 wird zum handfesten schwarz-roten Beziehungstest: Gleich eine ganze Handvoll Minister haben das Zeug zu Hauptdarstellern eines sehr verbissenen Sommertheaters.
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Manuela und die Frauenquote
(…) Die Schlacht ist geschlagen, die Argumente sind ausgetauscht, die Frauenquote kommt. Noch in diesen Sommerwochen möchte Familienministerin Manuela (gemeinsam mit Justizkollegen Maas) ihren Gesetzentwurf vom Kabinett absegnen lassen. Er verpflichtet von 2016 an rund 100 börsennotierte und zugleich mitbestimmungspflichtige Unternehmen auf eine Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten. Und er schreibt zweitens 3500 weiteren größeren börsennotierten Unternehmen vor, eigene Zielvorgaben zu erarbeiten und zu veröffentlichen, die auf einen höheren Anteil von Frauen in Vorstand, Aufsichtsrat und Spitzenmanagement abzielen. (….)
Einig sind sich Politik und Wirtschaft darin, dass es sich bei der Quote vor allem um ein symbolisches Instrument handelt: Mehr Sichtbarkeit kann langfristig helfen, dass weniger Frauen ihre Erwerbsbiografien unterbrechen, mehr Frauen sich für Maschinenbau und Chemie interessieren – und dass die Unternehmenskultur inDeutschland insgesamt familienfreundlicher wird.
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Daran bestehen allerdings erhebliche Zweifel, wenn man Müttern genauer zuhört, die schon auf den hochgehandelten Karriere-Positionen arbeiten:
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Schwäbisches Tagblatt 12.07.2014
Christine Arbogast will Bildung umfassend fördern / Skepsis gegenüber Konzertsaal
Erste Bürgermeisterin will Bestehendes weiterentwickeln
Noch ist Christine Arbogast gerade einmal zehn Tage Erste Bürgermeisterin in Tübingen. Auf viele Fragen antwortet die 49-Jährige beim Besuch in der TAGBLATT-Redaktion noch entsprechend vorsichtig. Doch einige Grundlinien ihrer Arbeit sind bereits zu erkennen. Bei Kulturgebäuden beispielsweise zieht Arbogast Hilfe für bestehende Einrichtungen neuen Projekten wie dem Konzertsaal vor. Bei der Kinderbetreuung und bei Schulen zeigt sie sich als Pragmatikerin.
Gernot Stegert
Tübingen. Ihr Terminkalender füllt sich in bedrohlichem Maße, wie Christine Arbogast nur halb im Scherz sagt. Auf Dauer werde sie „nicht auf Verschleiß“ arbeiten. Bei 60 Stunden in der Woche müsse Schluss sein. (….)
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Christine Arbogast hat in Tübingen studiert und in Geschichte promoviert. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 23, 19 und acht Jahren. Wegen der Familie wohnt sie noch in Stuttgart, zumindest solange die Jüngste noch zur Grundschule geht.
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Tatsächlich wären dafür ganz andere Maßnahmen notwendig, wie sich in einigen Vorzeigebetrieben studieren läßt:
Eine Frau Generaldirektor, MÜTTER MIT TEILZEITVERTRÄGEN ALS MANAGERINNEN, Frauen-Netzwerke und Förderung von Mädchen: IBM gilt als Vorreiterbetrieb der Gleichstellung.
von Christine Imlinger
(…) Bei der Frage, was Frauen brauchen, gehe es heute zunächst oft um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem. IBM versucht etwa, Frauen auch während ihrer Karenz (wenn sie das wollen) einzubinden, damit sie den Anschluss nicht verlieren, Mütter als Managerinnen werden gezielt gefördert. Karin Papadopoulos ist eine dieser Teilzeit-Managerinnen. Sie arbeitet 30 Stunden, zwei Tage zu Hause, drei in der Zentrale. „Die Firma schafft die Basis mit Homeworking, mit flexiblen Arbeitszeiten.” (….)
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Welche große Hürden gerade hierzulande dafür überwunden werden müßten, zeigt eine aktuelle europäische Vergleichstudie. Im Gegensatz zu Frankreich oder den skandinavischen Ländern fehlt es Deutschland an einer Kultur und einem System des Überforderungsschutzes für Arbeitenehmer/innen (HBF-Premium)…