OECD-Bildungsbericht:

Ritueller Alarm – von den Fakten (bislang) nicht gedeckt

/ Deutsches Zukunftsdefizit liegt anderswo

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HBF-Aktuell, Tübingen 10. September 2014, erstellt 13:36 Uhr, Stand 15:45 Uhr

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In ihrem neuesten internationalen Bildungsbericht warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Deutschland wieder vor einer massiven Gefährdung seiner Zukunftsfähigkeit (HPL). Diese Botschaft wird von der Organisation allerdings schon seit der ersten PISA-Studie im Jahr 2001 regelmäßig verbreitet (HPL). Dennoch entwickelt sich Deutschland – an den etablierten Maßstäben (nicht nur) der OECD gemessen – weitaus erfolgreicher als viele der bildungspolitisch gelobten Staaten (HPL). Tatsächlich liegt das zentrale deutsche Zukunftsdefizit in einem ganz anderen Bereich, wie aktuelle Vergleiche und Studien erkennen lassen (HPL).

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HBF-VOLLTEXT

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In ihrem neuesten internationalen Bildungsbericht warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Deutschland wieder vor einer massiven Gefährdung seiner Zukunftsfähigkeit:

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OECD (Berlin/Brüssel, 9. September 2014)

Soziale und ökonomische Teilhabe durch Bildung:

Deutschland muss seine Chancen nutzen

In Deutschland erwerben so viele junge Leute wie noch nie einen tertiären Abschluss, etwa an einer Hoch-, einer Fachschule oder als Meister. Gleichzeitig wächst der Anteil an Hochgebildeten OECD-weit in kaum einem anderen Land so langsam wie hier. Das geht aus der jüngsten Ausgabe des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick“ hervor, der heute in Brüssel und in Berlin vorgestellt wurde. Danach verfügen in Deutschland 28 Prozent der 25- bis 64-Jährigen über einen Tertiärabschluss, im Durchschnitt der OECD sind es 33 Prozent. (…)

Dies ist vor allem deshalb bedenklich, weil sich die soziale Kluft zwischen gut und weniger gut ausgebildeten Menschen in den vergangenen Jahren erheblich vertieft hat: (..)

Mindestens ebenso stark ins Gewicht fällt der Unterschied zwischen den Einkommen der verschiedenen Bildungsstufen. Im OECD-Durchschnitt hat sich der Einkommensvorteil, den tertiär gebildete Berufstätige gegenüber Menschen ohne entsprechenden Abschluss haben, von 51 Prozent im Jahr 2000 auf 59 Prozent erhöht. In Deutschland ist die Lücke noch ausgeprägter: 2012 verdienten Hochqualifizierte 74 Prozent mehr als Erwerbstätige, die nach der Realschule oder dem Gymnasium weder zur Uni noch zur Fach(hoch)schule oder in einen Meisterkurs gegangen waren. Im Jahr 2000 hatte dieser Vorsprung erst bei 45 Prozent gelegen. (…)

(…) Heino von Meyer, Leiter des OECD Berlin Centres, bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. „Gerade für Schüler aus sozial schwachen Familien bleibt das Versprechen ‚Aufstieg durch Bildung‘ häufig in weiter Ferne. Dabei kann kaum etwas Menschen besser aus Arbeitslosigkeit, Armut und Ausgrenzung herausführen als Bildung. Für eine Gesellschaft ist das vielleicht die größte Herausforderung: Durch Bildung soziale Mobilität zu fördern. (…)

Noch immer hängt die Wahrscheinlichkeit einer hohen Qualifikation stark vom familiären Hintergrund ab. (….)

Wo soziale Mobilität durch Bildung wenig verbreitet ist, sind aber nicht nur die Chancen für ein erfülltes Leben des Einzelnen geringer. Der Bericht zeigt auch, dass Länder, in denen die Kompetenzen zwischen den Menschen gleichmäßig verteilt sind, wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile haben. In ihnen ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf höher und die Einkommensungleichheit niedriger als in Ländern, deren Bevölkerung im Mittel zwar ähnlich qualifiziert ist, in denen die Kompetenzen aber ungleicher verteilt sind. (…)

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Diese Botschaft wird von der Organisation allerdings schon seit der ersten PISA-Studie im Jahr 2001 regelmäßig verbreitet:

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Faz.net 04.12.2001

Bildungspolitik

MISERABLE NOTEN FÜR DEUTSCHE SCHÜLER

Deutschlands Schüler haben beim weltweit größten Schulleistungstest ein katastrophales Zeugnis erhalten.

Deutschlands Schüler haben beim weltweit größten Schulleistungstest „Pisa“ ein katastrophales Zeugnis erhalten. Im Vergleich mit 32 Industriestaaten landete die Bundesrepublik in allen drei Leistungskategorien – Lesen, Rechnen und Naturwissenschaft – jeweils auf einem der hintersten Plätze (20. bis 25.). Spitzenreiter sind dagegen Finnland, Korea, Kanada und Japan. Die Studie wird am Dienstag Politiker und Wirtschaftsvertreter forderten ein Umdenken in der Bildungspolitik und eine „neue Kultur der Anstrengung“. (…)

Große Diskrepanz

Die Mehrzahl dieser leistungsschwachen Schüler ist männlich und stammt aus dem sozial schwachen Milieu. Anders als in anderen Ländern gelingt es den deutschen Schulen nicht, herkunftsbedingte Nachteile oder Sprachprobleme von Ausländerkindern beim Lernen auszugleichen.

Aber selbst die besten deutschen Schüler lagen im Vergleich mit den Besten anderer Länder unter dem Durchschnitt, zeigen die Ergebnisse. Und: In keinem anderen Land gibt es so krasse Diskrepanzen zwischen guten und schlechten Schülern wie in Deutschland. (….)

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Dennoch entwickelt sich Deutschland – an den etablierten Maßstäben (nicht nur) der OECD gemessen – weitaus erfolgreicher als viele der bildungspolitisch gelobten Staaten: Beim Wachstum, der (offiziellen) Erwerbslosigkeit, der Staatsverschuldung oder dem Ausbaustand des Sozialstaates nimmt Deutschland trotz der OECD-Bildungskritik weiterhin eine internationale Spitzenstellung ein:

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SPIEGEL Online 08. September 2014, 10:03 Uhr

Deutscher Export-Rekord

100 MILLIARDEN EURO – IN EINEM MONAT

Rekord: Deutsche Unternehmen verkauften im Juli im Wert von 101 Milliarden Euro Waren ins Ausland – so viel wie nie zuvor in einem Monat. Besonders gut lief es in der Autoindustrie.

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SPIEGEL Online 01. September 2014, 09:25 Uhr

Milliardenüberschuss

Bund schreibt erstmals seit 1991 schwarze Zahlen

Deutschlands Beschäftigte machen den Staat reich. Der Bundeshaushalt ist dank sprudelnder Steuereinnahmen erstmals seit 23 Jahren im Plus.

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taz 10.09.2014

Keine Neuverschuldung als Markenkern

HAUSHALT Die Bundesregierung will nicht mehr Geld in Investitionen stecken. Ökonomen kritisieren das

BERLIN taz | Die Große Koalition hält an ihrer Linie fest: Zum ersten Mal seit 1969 will die Bundesregierung für das kommende Jahr einen Bundeshaushalt ohne neue Schulden beschließen. Dieses Versprechen einzuhalten berühre den “Markenkern der Union”, heißt es in der CDU-Fraktion. Auch die Haushaltspolitiker der SPD tragen diese Politik mit.

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Ganz anders sieht es dagegen z.B. in einem anderen bildungspolitischen Spitzenland aus (HP-PLUS)

Deutschland eine “Erfolgsnation”! – Diese Warhnehmung wird immerhin auch vom Ausland geteilt, wie etwa die rasant gestiegenen Einwanderungszahlen der letzten Jahre dokumentieren:

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Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 179 vom 22.05.2014

2013: Höchste Zuwanderung nach Deutschland seit 20 Jahren

WIESBADEN – Im Jahr 2013 sind nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 1 226 000 Personen nach Deutschland zugezogen. Dies waren 146 000 Zuzüge mehr als im Jahr 2012 (+ 13 %). Zuletzt hatte es eine solch hohe Zuwanderungszahl im Jahr 1993 gegeben. Aus Deutschland zogen im Jahr 2013 insgesamt 789 000 Personen fort, 77 000 mehr als im Vorjahr (+ 11 %). Bei der Bilanzierung der Zu- und Fortzüge ergibt sich für 2013 ein Wanderungsüberschuss von 437 000 Personen – dies ist ebenfalls der höchste Wert seit 1993.

Die Steigerung der Zuzüge nach Deutschland im Jahr 2013 ist auf eine stärkere Zuwanderung ausländischer Personen zurückzuführen: Von den insgesamt 1 226 000 Zuwanderern waren 1 108 000 ausländische Personen, das waren 142 000 (+ 15 %) mehr als im Jahr 2012. (….)

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OECD Pressemitteilung (Medien-Verteiler) 20.05.14

OECD-Migrationstrends:

ZUWANDERUNG NACH DEUTSCHLAND BOOMT

Deutschland läuft den anderen OECD-Ländern als Einwanderungsziel mehr und mehr den Rang ab. Das ergeben die aktuellen Migrationstrends der OECD, die seit heute in der neuen Serie „Migration Policy Debates“ öffentlich sind. Zwischen 2011 und 2012 ist die dauerhafte* Migration nach Deutschland um 38% gestiegen. Mit rund 400 000 Zuwanderern im Jahr 2012 liegt das Land damit OECD-weit erstmals an zweiter Stelle nach den USA. Noch 2009 kam Deutschland lediglich auf den achten Platz.

Ehemals klassische Einwanderungsländer wie Kanada und Australien bleiben gemäß den aktuellen Zahlen deutlich hinter Deutschland zurück, ebenso wie alle anderen europäischen Länder. Dies ist Interessant auch: Die überwiegende Mehrheit der Neuzuwanderer aus der EU hat einen Job.

Im Vergleich mit Zuwanderern aus der Zeit vor 2007 sind sowohl die Erwerbstätigenquote als auch das Qualifikationsniveau gestiegen (siehe gesonderte Anlage „Charakteristiken“).

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siehe dazu ausführlich HBF 21.05.14

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Anlaß genug für die Bundesregierung(en), sich vom bildungspolitischen Alarmismus der OECD nicht aus ihrem Konzept bringen zu lassen. Tatsächlich liegt das zentrale deutsche Zukunftsdefizit in einem ganz anderen Bereich, wie aktuelle Vergleiche und Studien erkennen lassen:

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SPIEGEL Online 03. September 2014, 07:47 Uhr

Platz fünf im weltweiten Vergleich

DEUTSCHLAND FÄLLT BEI WETTBEWERBSFÄHIGKEIT ZURÜCK

Die USA machen einen Sprung nach vorne, Deutschland rutscht ab: Das Weltwirtschaftsforum hat sein Ranking zu den wettbewerbsfähigsten Staaten veröffentlicht. Bei der Bundesrepublik gibt es vor allem Bedenken zum Arbeitsmarkt.

Genf – Noch vor einem Jahr hatte sich Deutschland um zwei Plätze vorgearbeitet, doch nun ist die Bundesrepublik im Ranking zur Wettbewerbsfähigkeit wieder zurückgefallen. Sie landet auf Platz fünf der Liste des Weltwirtschaftsforums (WEF). (…)

Die leichte Abstufung Deutschlands hängt dem WEF zufolge vor allem mit Sorgen um den Arbeitsmarkt zusammen. Deutschland müsse sich mehr bemühen, Ausländer und Frauen dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren, um der Alterung der Gesellschaft zu begegnen…

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Doch nicht nur die Schrumpf-Alterung der Bevölkerung bedroht den bisherigen, internationalen Erfolg der deutschen Volkswirtschaft. Er gründet auch auf den überdurchschnittlich hohen Einsatz der heutigen Erwerbstätigen in der Arbeitswelt:

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STERN Online 8. September 2014, 17:01 Uhr

Die Deutschen sind Überstunden-Europameister

Ständig Stress und schon wieder zu lang im Büro? Damit sind Sie nicht allein. Die Deutschen sind Überstunden-Europameister, so eine EU-weite Studie. In zwei Staaten gibt’s dagegen sogar Minusstunden.

Die vereinbarte Wochenarbeitszeit liegt im Schnitt bei 37,7 Stunden – tatsächlich arbeiten die Beschäftigten aber 40,5 Stunden in der Woche.© Oliver Berg/DPA

Laut einer Studie der in Irland ansässigen EU-Agentur Eurofound mit Daten aus dem Jahr 2012 liegt die vereinbarte Wochenarbeitszeit in Deutschland bei durchschnittlich 37,7 Stunden – tatsächlich arbeiten die Beschäftigten aber im Mittel 40,5 Stunden, also 2,8 Stunden die Woche mehr. Vergütet wird einer aktuellen Untersuchung zufolge nicht einmal die Hälfte der Überstunden. (…)

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aerzteblatt.de Montag, 8. September 2014

Krankenkassen: Arbeitgeber tragen Mitschuld an Burnout

Berlin – Mehrere große Krankenkassen werfen Arbeitgebern eine Mitschuld an der steigenden Zahl von Burnout-Erkrankungen und Depressionsfällen in den Unternehmen vor. Die Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, Techniker Krankenkasse (TK) und Kaufmännischer Krankenkasse KKH forderten laut Welt am Sonntag die Unternehmensführungen zu einem Kurswechsel auf. Zugleich verlangten sie eine Stärkung der Gesundheitsvorsorge in den Betrieben.

„Die Veränderungen in unserer Arbeitswelt zum Beispiel durch den Gebrauch von Smartphones und die damit verbundene ständige Erreichbarkeit führen zu immer mehr Stress“, sagte Barmer-Chef Christoph Straub. Er sprach sich dafür aus, die Arbeitgeber per Gesetz dazu zu zwingen, Mitarbeitern das Recht auf Ruhepausen zuzugestehen. „Niemand sollte immer erreichbar sein müssen – hier kann ein Gesetz durch klare Maßstäbe gegen Dauerstress Gesundheit schützen.“ (….)

Laut Angaben der Krankenkasse DAK sind 16 Prozent aller Fehltage in den Betrieben im ersten Halbjahr 2014 auf psychische Erkrankungen wie Burnout zurückzuführen. Die Zahl der Krankheitsfälle von Depressionen oder Angstzuständen stieg demnach um gut zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an.

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Diesen hohen beruflichen Einsatz will eine große Gruppe der heutigen Nachwuchsgeneration jedoch nicht mehr erbringen. Unter dem Label “Generation Y” bereitet sie nicht nur den Unternehmen Kopfzerbrechen, sondern befeuert ebenfalls Zweifel daran, ob das politisch zugesagte Leistungsniveau des Sozialstaates künftig tatsächlich zu halten ist:

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Tagesspiegel 02.09.2014 10:56 Uhr

Diskussion um angepasste Studierende

GENERATION Y – DIE HEIMLICHEN REVOLUTIONÄRE

Die Studierenden sind nicht brav, sondern ergebnisorientiert. So werden sie Bildung und Arbeit revolutionieren. Das prognostizieren der Jugendforscher Klaus Hurrelmann, der soeben mit Erik Albrecht ein Buch zum Thema “Generation Y” veröffentlicht hat.

von Klaus Hurrelmann, Erik Albrecht

(…) Der Schein trügt, die heute 15- bis 30-Jährigen werden Deutschland stärker verändern als viele erwarten. (…)

Arbeit als Broterwerb – das Konzept ist für weite Teile der Generation von gestern. Sie sucht in ihrem Job Erfüllung, Selbstverwirklichung und auch so etwas wie den Sinn ihres Lebens. (….) Sie möchten Arbeit und Leben miteinander während des gesamten Lebenslaufs verbinden. (….) Zur sinnvollen Lebensgestaltung streben sie ein Miteinander von Leben, Lernen, Arbeiten und Familie in jeder Lebensphase an und nicht ein Nacheinander.

Elternzeit nehmen oder an die Uni zurückkehren – statt lückenlosen Karrieren

(….) Fordert die Wirtschaft mit Verweis auf den harten internationalen Wettbewerb mehr Einsatz im Beruf, bestehen sie im Gegenzug auf flexibleren Arbeitszeiten und Heimarbeit. Statt lückenloser Lebensläufe für eine Karriere mit vermeintlich sicheren Arbeitsplätzen nimmt die Generation Y Elternzeit oder kehrt an Schulen oder Universitäten zurück, um sich weiterzubilden. Die Politik führt mehr Eigenvorsorge für das Alter ein, aber die Ypsiloner beharren auf staatlichen Garantien für ihre Einlagen. (….)

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Klaus Hurrelmann ist Jugendforscher und Professor an der Hertie School of Governance. Gemeinsam mit dem Journalisten Erik Albert hat er soeben ein Buch zum Thema veröffentlicht: Die heimlichen Revolutionäre. Wie die Generation Y die Welt verändert (Beltz-Verlag, 18,95 Euro). Am 10. September liest Hurrelmann in der Hertie School (Friedrichstraße 180, Berlin-Mitte) ab 18.30 Uhr aus dem Buch (Anmeldung: events@hertie-school.org).

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Gruner+Jahr, NEON 08.09.2014 | 10:10

Die Stimmen einer Generation

– große forsa-Studie im Auftrag von NEON zeigt: Die jungen Deutschen sind selbstbewusst, konservativ und wünschen sich Frieden

Hamburg (ots) – Die Zeitschrift NEON führte eine große forsa-Umfrage unter 1.000 jungen Menschen zwischen 18 und 35 Jahre durch. Die Ergebnisse spiegeln die Grundstimmung einer Generation wider: Was denken sie über Karriere, Liebe, Freizeit und Politik? Wofür geben sie ihr Geld aus? Waren sie schon mal in Therapie? Die Antworten der jungen Erwachsenen überraschen und zeigen: Die eine Stimme der “Generation NEON 2014” gibt es gar nicht. Die jungen Deutschen ticken heute alle anders. Gemein ist ihnen ein gesundes Selbstbewusstsein und ihr Wunsch nach Frieden im Privatleben und in der Politik, nachdem sie ein aufregendes, chaotisches, oft brutales Jahrzehnt durchlebt haben. (…)

Die wichtigsten Ergebnisse:

1. Solide Beziehungsgeflechte …

Die jungen Deutschen wünschen sich feste Beziehungen und geordnete Verhältnisse. 93 Prozent finden Treue wichtig oder sehr wichtig – und geht es nach der Mehrheit, ist Fremdküssen schon Sünde. 97 Prozent können sich vorstellen, mit dem derzeitigen Partner alt zu werden, und 78 Prozent glauben an die große Liebe. Auch die meisten Singles sind nicht freiwillig allein (81 Prozent) und wünschen sich einen Partner. Die Hälfte der Befragten schließt aber aus, im Netz oder via Smartphone nach der Liebe zu suchen.

88 Prozent wünschen sich Kinder – bei einer gleichen Befragung aus dem Jahr 2005 waren es nur 70 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten erhofft sich mit 40 Jahren ein Häuschen mit Garten. Zum Vergleich: 2005 wollten noch 20 Prozent in diesem Alter als Globetrotter am Strand verbringen und 19 Prozent als Single in der Großstadt. (…)

4. Arbeitslust statt Überstundenfrust

Die NEON-Studie zeigt, dass die nächste Arbeitnehmergeneration auf Spaß und Selbstverwirklichung setzt und gleichzeitig Aufstiegschancen erwartet. Die jungen Deutschen haben einen Selbstbewusstseinsschub verpasst bekommen. Weil sie sich nicht mehr vor dem Absturz in Hartz IV fürchten, verlangen sie auch mehr im Job. Nur der Hälfte der Befragten ist dabei das Gehalt wichtig. Aber die wenigsten wollen für einen attraktiven Job auf soziale Kontakte oder Freizeit verzichten.

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und HP-PLUS

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Zum Thema siehe auch:

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