KINDERSCHWUND in Deutschland:
Wie politisch geschürte ILLUSIONEN den ABWÄRTSTREND fördern
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HBF-HÖR-Tip, Tübingen 12.12.2014, erstellt 22:30 Uhr, Stand 13.12.14, 09:43 Uhr
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Letztes Jahr sind 8.500 mehr Babys als 2012 geboren worden. Dennoch ist die Geburtenrate nur minimal gestiegen (vgl. HBF 08.12.14). Mit Blick auf die Nettoeinwanderungszahlen in den vergangenen Jahren (2012: 369.000, 2013:437.000) ist diese Entwicklung nicht überraschend, da vor allem junge Menschen ins Land geströmt sind. Fachleute – außerhalb des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung in Rostock (vgl. dazu HBF 08.04.13) – gehen deshalb aus guten Gründen von einem programmierten Abwärtstrend aus (vgl. HBF 08.12.14). Entgegen der veröffentlichten Meinung ist die Politik an dieser Entwicklung nicht schuldlos, wie ein informatives Hörfunkgespräch mit selbstbetroffenen Expertinnen nahelegt:
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Sachbücher
LEBEN MIT KINDERN – ODER LIEBER KINDERLOS?
Sarah Diehl: “Die Uhr, die nicht tickt – Kinderlos glücklich” / Susanne Garsolfsky und Britta Sembach: “Die Alles ist möglich-Lüge – Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind”
Moderation: Joachim Scholl
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Eine Familie im Park: Kinder ja oder nein? Es ist nicht immer leicht, eine Antwort auf diese Frage zu finden. (dpa / picture alliance)
Ein unabhängiges Leben und Erfolg im Beruf: Als Mutter kannst du das vergessen! Diese These vertreten die beiden Sachbuchautorinnen Sarah Diehl und Britta Sembach. Die eine hat Nachwuchs und ihre Erfahrungen gemacht, die andere will kinderlos bleiben – und Respekt dafür.
“Mir liegt nichts ferner als der Gedanke, selbst Mutter zu werden”, schreibt die Publizistin Sarah Diehl zu Beginn ihrer Streitschrift “Die Uhr, die nicht tickt”. Sie ist Mitte dreißig, freiwillig kinderlos und erklärt im Gespräch, warum sie diesen Lebensentwurf gewählt hat.
Sie erlebe oft, dass Frauen Angst hätten, ein Kind könne eine Partnerschaft, die gut funktioniere, zerstören, sagt sie.
Das gelte auch für sie. Viele junge Frauen hätten von einer Familie die Vorstellung, dass sie dies Lebensmodell einfach “nicht partnerschaftlich leben” könne. Sie fürchteten als Alleinerziehende zu enden, wenn sie sich für ein Kind entscheiden.
Wichtig sei ihr aber auch, das “Mutterideal” zu hinterfragen, “worunter, glaube ich, alle Frauen leiden”, sagte Diehl. Die kinderlose Frau stelle dieses Ideal der Mutter, die unbezahlt Familienarbeit leiste, in Frage.
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“Wir müssen andere Rahmenbedingungen schaffen”
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Britta Sembach, die mit ihrem Partner zwei Kinder hat, sagte, dass sie an das Projekt Familie gemeinsam mit ihrem Mann “sehr partnerschaftlich” angegangen sei . Sie halte es aber letztlich für illusorisch, dass beide Partner Karriere machen, wenn sie Kinder haben. (…)

 

Sarah Diehl: Die Uhr, die nicht tickt – Kinderlos glücklich
Arche Verlag 2014, 256 Seiten, 14,99 Euro / auch als eBook
Susanne Garsolfsky und Britta Sembach: Die Alles ist möglich-Lüge – Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind
Pantheon Verlag 2014, 256 Seiten, 17,99 Euro / auch als eBook

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