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ARD-Report „enthüllt“:

Deutschland ist Familienparadies! – Das Volk hat es bloß noch nicht gemerkt!

/ Wenn Medien mit „Mythen aufräumen“…

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HBF-Aktuell, Tübingen 13. August 2014, erstellt 17:25 Uhr, Stand 19:22 Uhr

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Am Montagabend bescherte die ARD (HR) mit seinem „Kinderreport“ dem Land ein journalistisches Aufklärungsstück der ganz besonderen Art: Entgegen dem fest etablierten Konsens hat das Land weder ein Nachwuchsproblem (HPL) noch gebe es eine ausgeprägte Familienfeindlichkeit oder das „Armutsrisiko Kind“(HPL), die immer wieder als Gründe für die konstant niedrige Geburtenrate verantwortlich gemacht werden. Tatsächlich sei sogar das Gegenteil der Fall (HPL).

Kronzeugen dieses überraschenden „Befunds“ sind etwa das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (HPL) oder ein ehemaliger Vermessungsingenieur, der den Unsinn der demographischen Horrorprognosen „bloßstellte“ (HPL). Hinzu kamen viele Statistiken, die die HR-Redaktion ähnlich virtuos beherrscht, wie es ihre Medienkollegen bei der flächendeckenden Berichterstattung über die vermeintliche „Betreuungsgeld-Studie“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) unter Beweis gestellt haben (vgl. HBF 30.07.14). So gehe es Familien wirtschaftlich gar nicht schlechter als kinderlosen Paaren: Beide hätten ein ähnlich hohes Einkommen (HPL) – abgesehen von der nicht erwähnenswerten Tatsache, daß bei einem kinderlosen Paar nur zwei und bei der Vergleichsfamilie vier Köpfe von dem Einkommen leben müssen. Diese realitätsnahe Betrachtung wie sie etwa der Familienbund seit Jahren liefert (vgl. z.B. HBF 2014b) ist den journalistischen Überfliegern komplett entgangen. Das gilt genauso für eine Studie der Bertelsmann Stiftung (vgl. HBF 2014a), die die Begeisterung der TV-Aufklärer über eine „Familienförderung“ in doppelter Höhe der elterlichen Kinderkosten (HPL) in ihr Gegenteil verkehrt hätte.

Immerhin sehen die medialen Mutmacher doch noch Verbesserungspotential am „Familienstandort Deutschland“ – vor allem bei den Eltern! Sie würden sich ihr Leben völlig unnötig selbst schwer machen (HPL). Abgesehen davon gäbe es letztlich jedoch keinen Anlaß zum demographischen Pessimismus. Davon zeugten nicht nur Deutschlands „boomende“ Städte (HPL). Zur Überraschung und Beruhigung der Redaktion konnte sie vor allem ein Wirtschaftswissenschaftler darüber aufklären, daß unser Land „objektiv-ökonomisch“ nicht das geringste Bevölkerungsproblem habe (vgl. dazu bereits HBF 2004). Genug Gründe für die Story-Reporter der ARD, dem Land mit Botschaften wieder Mut zu machen, die sich schon seit Jahren kein ernstzunehmender Politiker mehr in den Mund zu nehmen getraut hat (HPL).

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HBF-VOLLTEXT

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Am Montagabend bescherte die ARD (HR) mit seinem „Kinderreport“ dem Land ein journalistisches Aufklärungsstück der ganz besonderen Art: Entgegen dem fest etablierten Konsens hat das Land weder ein Nachwuchsproblem noch gebe es eine ausgeprägte Familienfeindlichkeit oder das „Armutsrisiko Kind“, die immer wieder als Gründe für die konstant niedrige Geburtenrate verantwortlich gemacht werden.

Tatsächlich sei sogar das Gegenteil der Fall – etwa in Sachen Familienfreundlichkeit. Das „beweise“ ein internationaler „Vergleich“ bei einer wahllosen Straßenumfrage unter Ausländern in Deutschland oder deren Partnern. Sie attestieren dem Land z.B. gegenüber dem als kinderfreundlich geltenden Italien einen echten Vorsprung (vgl. ARD-Video der Sendung ab der 4. Sendeminute).

Oder bei der Kinderarmut. Die gebe es in Deutschland nämlich gar nicht. Es gehe hier nicht um materielle Not, sondern lediglich um Teilnahmemöglichkeiten am normalen Alltagsleben, das von Luxuskonsum geprägt sei (vgl. Sendeminute 26:28). Selbst daran gemessen wären „nur“ 12% der Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet. Im krisengebeutelten Griechenland wären es aber 40% oder in Portugal sogar 60%.

Kronzeugen dieser und anderer überraschender Befunde in dem ARD-Report sind etwa das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln (ab Sendeminute (5:24). Das attestiert der Politik erhebliche Fortschritte bei der materiellen Absicherung der Familien (Geld), beim Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung (Infrastruktur) und bei der Synchronisation der familiären Zeitbedarfe auf der kommunalen Ebene (Zeit). Das seien erfolgversprechende Maßnahmen zur Sicherung des „Humankapitals“ für den Wirtschaftsstandort.

Hinzu kamen viele Statistiken, die die HR-Redaktion ähnlich virtuos beherrscht, wie es ihre Medienkollegen bei der flächendeckenden Berichterstattung über die vermeintliche „Betreuungsgeld-Studie“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) unter Beweis gestellt haben (vgl. HBF 30.07.14). So gehe es Familien wirtschaftlich gar nicht schlechter als kinderlosen Paaren: Beide hätten ein ähnlich hohes Einkommen (Familie: 36.800, kinderloses Paar: 39.400 Euro/Jahr – vgl. Sendeminute 3:20) – abgesehen von der nicht erwähnenswerten Tatsache, daß bei einem kinderlosen Paar nur zwei und bei der Vergleichsfamilie vier Köpfe von dem Einkommen leben müssen. Diese realitätsnahe Betrachtung wie sie etwa der Familienbund seit Jahren liefert (vgl. z.B. HBF 14.04.14) ist den journalistischen Überfliegern komplett entgangen. Das gilt genauso für eine Studie der Bertelsmann Stiftung (vgl. HBF 17.01.14), die die Begeisterung der TV-Aufklärer über eine „Familienförderung“ in doppelter Höhe der elterlichen Kinderkosten (116.913 Euro zu 240.100 Euro – vgl. Sendeminute 3:16) in ihr Gegenteil verkehrt hätte.

Immerhin sehen die medialen Mutmacher doch noch Verbesserungspotential am „Familienstandort Deutschland“ – vor allem bei den Eltern! Sie würden sich ihr Leben völlig unnötig selbst schwer machen…(HBF-Premium)…

Abgesehen davon gäbe es letztlich jedoch keinen Anlaß zum demographischen Pessimismus. Davon zeugten nicht nur Deutschlands „boomende“ Städte (vgl. Sendeminute ca. 40:30) – (die sich allerdings vor allem in den Metropolen des Westens befinden, während Ostdeutschland und viele ländliche Regionen durch Abwanderung der Jungen rapide schrumpf-altern – vgl. dazu z.B. HBF 09.04.14). Außerdem warnte ein ehemaliger Vermessungsingenieur und heutiger Landesentwickler in Bayern vor bevölkerungspolitischen Horrorprognosen, weil man aus den den Trends der Vergangenheit nie auf die zukünftige Entwicklung schließen könne (Sendeminute 40:00). Zu Überraschung und Beruhigung der Redaktion konnte sie vor allem der Wirtschaftswissenschaftler Heinz-J darüber aufklären, daß unser Land „objektiv-ökonomisch“ nicht das geringste Bevölkerungsproblem habe (vgl. Sendeminute 41:00). Entscheidend sei nur die Produktivität der Wirtschaft und die gerechte Verteilung des erwirtschafteten Wohlstands. Eine These, die der Statistikprofessor Gerd Bosbach bereits seit 2004 erstaunlich erfolgreich verbreitet (vgl. dazu bereits HBF 24.02.04). Genug Gründe für die Story-Reporter der ARD, dem Land mit Botschaften wieder Mut zu machen, die sich schon seit Jahren kein ernstzunehmender Politiker mehr in den Mund zu nehmen getraut hat:

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„Deutschland stirbt nicht aus. Deutschland wächst wieder. Also weg mit der Zukunftsangst! Sie macht Deutschland sonst zu kompliziert zum Kinderkriegen“.

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Zum Thema siehe auch:

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Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

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