Ukraine_Konflikt_altes_Europa_280414p

Harte Schale, weicher Kern:

Warum die Großmächte in der Ukraine den Konflikt suchen und

das alte Europa/Deutschland dabei nur verlieren kann

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HBF-AKTUELL Tübingen 28. April 2014, erstellt 17:45 Uhr, Stand 29.04.14, 07:58 Uhr

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Beim internationalen Konflikt um die Ukraine dreht sich die Eskalationsspirale weiter (HPL) – trotz der diplomatischen Bemühungen, an denen sich der deutsche Außenminister intensiv beteiligt. Die Großmächte haben allerdings frühzeitig klar gemacht (vgl. z.B. HBF 24.03.14), daß sie der Ukraine strategische Bedeutung bei der Sicherung ihrer Einflußzonen beimessen (HPL). Darüberhinaus erklärt sich die Härte der Auseinandersetzung (HPL) auch beim Blick auf die jeweilige Lage im Inland (HPL). Daß das alte Kerneuropa den größten Preis bei dieser Art der zielorientierten Interessenwahrnehmung zahlen dürfte, besorgt  mittlerweile auch ideologisch unverdächtige politische Beobachter (HPL). Angesichts der demographischen Zwänge, die ein weiterhin einflußreicher Ex-Regierungsberater erst kürzlich beschrieben hat (HPL), gilt das für die Altenrepublik Deutschland in ganz besonderem Maß.

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HBF-VOLLTEXT

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Beim internationalen Konflikt um die Ukraine dreht sich die Eskalationsspirale weiter – trotz der diplomatischen Bemühungen, an denen sich der deutsche Außenminister intensiv beteiligt:

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SPIEGEL Online 28. April 2014, 15:21 Uhr

Ukraine-Konflikt

Obama verhängt Sanktionen gegen sieben Putin-Vertraute

Die USA verschärfen ihre Sanktionen gegen Russland. Mehrere Moskauer Regierungsmitglieder dürfen nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen. Auch die EU weitet ihre Strafaktionen aus – Russland nennt die Maßnahmen „abscheulich“.

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Die Großmächte Russland und USA haben allerdings frühzeitig klar gemacht (vgl. z.B. HBF 24.03.14), daß sie der Ukraine strategische Bedeutung bei der Sicherung ihrer Einflußzonen beimessen:

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taz 26.04.2014

MACHT

Hoppla, ein Krieg

Weltmächte sichern ihre Einflusszonen. Es geht um Interessen, nicht um Glaubensfragen

Bettina Gaus

(…) Mein verstorbener Vater hat mir erklärt, man müsse den Gesslerhut grüßen, wenn man in einer Diskussion nicht ins Abseits geraten will. Also grüße ich hier den Gesslerhut, und es ist mir sogar ernst damit: Putin ist ein zynischer Diktator, von dem ich nicht regiert werden möchte.

Aber jetzt, Herr Gessler, treten Sie bitte beiseite. Denn ich möchte auch nicht von all denen regiert werden, die von den USA unterstützt wurden. In Chile, in El Salvador, in Grenada. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Weltmächte haben es – leider – so an sich, dass sie versuchen, ihre Einflusszonen zu sichern. Unerfreulich genug. Aber alle Versuche, das in einen Glaubenskampf zu verwandeln, enden im Regelfall blutiger als beabsichtigt. Man kann nämlich auch in einen Krieg hineinstolpern. Wie sich 1618 in Böhmen zeigte.

Bettina Gaus

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Darüberhinaus erklärt sich die Härte der Auseinandersetzung….

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SPIEGEL Online 25. März 2014, 17:48 Uhr

Ukraine-Krise

OBAMA VERHÖHNT RUSSLAND ALS REGIONALMACHT

Deeskalation sieht anders aus: In der Krim-Krise verspottet US-Präsident Obama Russland – er nennt das größte Land der Welt eine Regionalmacht. Für Amerika gebe es schlimmere Bedrohungen, Kreml-Chef Putin agiere aus einer Position der Schwäche.

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SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom 12.04.2014

MOSKAU VERLANGT NEUTRALITÄT DER UKRAINE

Nächste Woche verhandeln Russland, die USA und die EU über die Entschärfung des Konflikts. Außenminister Lawrow beklagt die „antirussische Stimmungslage“ und stellt Forderungen

Von Cathrin Kahlweit

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….auch beim Blick auf die jeweilige Lage im Inland:

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F.A.Z. 04.04.014/ faz.net 03.04.14

Russlands neue Seele Aufstand gegen die Modernisierung

Die Annexion der Krim ist nur das Symptom für eine Krise, die das gesamte russische Selbstverständnis erschüttert. Was wir in Russland zurzeit erleben, ist ein beispielloser Wertewandel.

Von Sergej Newski

Sergej Newski ist Komponist. Er wurde 1972 in Moskau geboren und wohnt seit 1994 in Berlin. 2012 erlebte seine Oper „Franziskus“ am Moskauer Bolschoi-Theater ihre Uraufführung.

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SPIEGEL Online 23. April 2014, 10:24 Uhr

Wohlstand

AMERIKAS MITTELSCHICHT VERLIERT SPITZENRANG IN DER WELT

Die Top-Verdiener Amerikas sind beim Einkommen nach wie vor Weltspitze – doch die Mittelschicht der USA hat diesen Status nun nach Jahrzehnten verloren. Schuld am Abstieg der Massen sind die Steuerpolitik und schwache Gewerkschaften.

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Daß das alte Kerneuropa den größten Preis bei dieser Art der zielorientierten Interessenwahrnehmung durch die Großmächte zahlen dürfte, besorgt mittlerweile auch ideologisch unverdächtige politische Beobachter °

Tagesspiegel   28.04.2014 08:15 Uhr

 Ukraine-Krise und Kriegsangst

Keine Zeit für Zurückhaltung

Die westliche Diplomatie muss im Ukrainekonflikt mutige Schritte wagen. Im Moment scheint Russland alles zu diktieren und der Westen erscheint als getrieben und hilflos

von Stephan-Andreas Casdorff

War die rhetorische Aufrüstung durch die ukrainische Regierung – „Russland will den dritten Weltkrieg anzetteln“ – ein Fehler, was ist dann die Bemerkung des deutschen Außenministers, er verstehe die Angst der Deutschen vor Krieg? Wenn verbal nicht eskaliert und zugleich das vom ukrainischen Premier Arsenij Jazenjuk Gesagte nicht unverhältnismäßig aufgewertet werden soll – dann hätte auch in Deutschland niemand von Krieg reden sollen.

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F.A.Z. 28.04.14

Russland und der Westen

Die große Ernüchterung

27.04.2014  •  Washington fühlt sich von Moskau belogen und getäuscht. Das Verhältnis zu Russland wird gerade komplett neu bewertet. Weitere Sanktionen sollen Putin zur Vernunft bringen – doch deren Hauptlast tragen die Europäer.

Von Klaus-Dieter Frankenberger, Washington

(…) Weil die Regierung Obama nicht erkennt, dass Moskau auf eine Entspannung hinwirkt, sondern die Lage weiter verschärft – an Ort und Stelle mit Drohungen und mit einem Truppenaufmarsch an der Grenze –, wird schon die nächste Sanktionsrunde vorbereitet. Diesmal sollen ganze Sektoren getroffen werden: der Energiesektor, das Bank- und Finanzwesen, die militärische Zusammenarbeit. Dabei ist der Regierung klar, dass es vor allem die europäischen Verbündeten sind, welche die Hauptlast der Sanktionen zu tragen haben würden; wichtige Interessengruppen in diesen Ländern sind nicht gerade begeistert von der Aussicht auf deutliche Einbußen im Wirtschaftsverkehr mit Russland.

Insofern muss sich Washington um eine enge Abstimmung mit den Europäern bemühen sowie darum, die Zweifel an dem Sinn scharfer Sanktionen zu entkräften: (…)

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Eine stabile politische Weltlage und diplomatische Konfliktlösungen sind angesichts der demographischen Zwänge, die der einflußreiche Ex-Regierungsberater Bert Rürup erst kürzlich beschrieben hat, für die Altenrepublik und führende Exportnation Deutschland von existenzieller Bedeutung:

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Welt Online 16.04.14 05:35

Rürup-Studie

DEUTSCHLAND UNMITTELBAR VOR DEM WOHLSTANDSKNICK

Noch profitiert Deutschland von einer demografischen Atempause. Doch nach der wird es ungemütlich. Der kommenden Knick bedroht Altersvorsorge und Geldanlage. Experten haben nun einen Ansatz. 

Von Daniel Eckert

Deutschland fühlt sich im Moment an wie die Insel der Seligen. Alle größeren Probleme, so scheint es, sind abgeschafftoder zumindest in eine ferne Zukunft verschoben. Doch der Eindruck täuscht.

Die deutsche Wirtschaft steht unmittelbar vor dem grossen demografischen Knick, der die Grundlagen unseres Wohlstand untergraben könnte. Dieser Knick wird sich schon in wenigen Jahren mit aller Härte bemerkbar machen.

Das hat weitreichende Auswirkungen auf die Altersvorsorge und die private Geldanlage. Denn egal, ob man auf die gesetzliche Rente setzt oder eine Vorsorge am Kapitalmarkt, im Inland werden die zu erzielenden Renditen als Folge der alternden Bevölkerung rapide zurückgehen. Wenn Staat und Bürger nichts tun, ist für Millionen Bundesbürger der Lebensstandard im Ruhestand in Gefahr. (…)

Doch auch bei der privaten Vorsorge über Kapitalerträge gibt es einen Wermutstropfen. Voraussetzung für stabile Kapitalerträge aus dem Ausland ist nämlich ein günstiger Verlauf der Globalisierung. Geopolitische Schocks und internationale Finanzkrisen sind Gift für diese Quelle des Wohlstands.

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siehe dazu ausführlicher HBF 16.04.14

 

Zum Thema siehe auch:

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Veröffentlicht von admin

Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

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